Detmold also

Dirty Deeds and the Dung Dirt Cheap

13. Mai 2019 Kommentare (3) #E1DE, Deutschland, Fernwandern, Tourtagebuch

Teutonen und die Suderlande

von Fräulein A und Herrlein M

Einige Wanderkilometer trennen uns nun schon vom Teutoburger Wald, wo wir Arminius huldigten, der seit 1875 dort oben steht …

… und über den Platz seines Triumphes blickt – die Schlacht im Teutoburger Wald um 9 nach Christus, wo Germanische Stämme unter seiner Führung den Römern zeigten, wer in den deutschen Wäldern das Sagen hat. Manche Hstoriker meinen, daß die Schlacht in Wahrheit woanders stattgefunden hätte, weshalb auch in jedem Dorf hier irgendetwas Schlacht-entscheidendes passiert ist. Das Hermannsdenkmal steht jedenfalls oberhalb von Detmold. Hermann heißt er nun deshalb, um alle Zweifel zu beseitigen, dass es sich bei Arminius um einen aufrechten Deutschen handelte.

Arminius zur Seite stand Thusnelda, sein geliebtes, allerdings aus dem Armen ihres Vaters geraubtes Eheweib. Der Vater hat seine Tochter allerdings wieder zurückgeraubt. Das machte man damals so. Will man der Legende Glauben schenken, war die arme Tussi (die Wortschöpfung geht auf Heinrich Kleist zurück, der den Spitznamen Thusneldas im „Hermannslied“ unters Volk brachte) gar nicht glücklich mit der Zurückrauberei, zumal sie mit Arminius‘ Sohn schwanger war und dem Buben gerne eine heile Familie präsentiert hätte – so weit das halt mit einem germanischen Schlachtenbummler als Alleinverdiener möglich ist.

Interessant fand ich vor allem, daß man, wenn man den Hermannshügel erklimmt, zuallererst jenes Körperteil zu sehen bekommt, welches ihm die Römer dereinst zu versohlen trachteten.

Wandern auf den Hermannshöhen imTetoburger Wald bzw. Egegebirge von Detmold bis Altenbeken. Vorbei am Hemnnsdenkmal, Externsteine und Velmerstot.

Mit schnellen Schritten haben wir dann den gesamten Teutoburger Wald und das Eggegebirge durchschritten (die dazugehörigen Mehrtagesstrecken heißen Hermanns– und Eggehöhenweg). Gestreift haben wir dabei auch das Land um Paderborn, allerdings nicht die Stadt selbst, was ich persönlich schon sehr bedaure, weil wann kommt unsereins schon nach Paderborn? Aber dafür fanden wir uns in so schönen Städtchen wie Altenbeken oder Willebadessen ein – sieht man auch nicht alle Tage.

Und dann war der Teutoburger Wald zu Ende. Wir sind noch kurz bei Willingen vorbeigehüpft und waren flugs im Sauerland, einst „Suderland“ genannt (gefällt uns!). Hier fingen – nach einer kurzen wetterbedingten Sichteinschränkung – die sehenswerten Orte an: zuerst die Anhöhen wie der Kahle Asten – möglicherweise der höchste Berg NRW’s (zu faul zum googlen) … und – öha! – Heidegras ringsum – das gab es für uns seit Lüneburg nicht mehr.

Nach einem nebelbedingten Blindflug kamen dann die wirklich sehenswerten Orte mit ihren hübschen Fachwerkshäusern, die innen und außen sehenswert sind – und das dauert!

(Bilder folgen, wenn dann mal die Kamera nicht auf dem Zimmer liegengeblieben ist …)

Außerdem standen wir heute einer Wisent-Herde gegenüber, ebenfalls sehenswert!

Es folgt ein damit völlig unzusammenhängendes Bild von den Tagen davor:

Sichteinschränkung am Clemensberg

Besonders nett haben wir es gestern in Oberkirchen gehabt, wo bei Beate nicht nur unser Gewand nach dem Regen trocken und sauber wurde, wir haben uns auch durch die Westfälische Spezialitätenkarte gekostet und dabei Gerichte mit so schönen Namen wie Pillekuchen, Potthucke und Struweliger kennengelernt.

So nebenbei haben wir auch das Adelsgeschlecht gewechselt, sind bei den Herren von der Lippe (rund um Detmold) vorbeiflaniert und haben nun deren von Wittgenstein in Bad Berleburg hofiert, das aber nur am Rande. Und abends können wir uns – bei aufrechtem Wikipedia-Verbot! – vortrefflich drei kohlehydrathaltige Gänge lang über die Frage streiten, wer gerade Wiener Bürgermeister war, als die Reichsbrücke einstürzte. Aber auch das hat wiederum rein gar nichts mit irgendwas zu tun – ist aber dennoch kurzweiliger – und actionreicher! – als Fernsehen.

Mahlzeit!

3 Responses to Teutonen und die Suderlande

  1. Marktl Hildegard sagt:

    Hearts auf zan Streitn, da Leopold Gratz wors!

  2. Sascha W. sagt:

    Hallo Fräulein A und Herrlein M.

    schön von Euch zu lesen. Mein Browser hatte mir in den letzten Wochen davon abgeraten, Euren Blog zu besuchen. Er war der Meinung, dass ich mich bei Euch infiziere. Nur in welcher Form hat er mir nicht gesagt 😉 Nochmals vielen Dank für das kühle Bier kurz vor Marsberg. Meinen Zug nach Bad Driburg habe ich dennoch bekommen. Es hat mich wirklich aufrichtig gefreut, Euch beide kennenlernen zu dürfen. Mein weiterer Abstecher in den Harz war ebenfalls sehr impressiv. Ich wünsche Euch weiterhin eine blasenfreie, aufregende Tour Richtung Frankfurt.

    Liebe Grüße

    Sascha W. aus E. (NRW)

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