{"id":2908,"date":"2016-04-15T16:42:09","date_gmt":"2016-04-15T14:42:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vergissmi.net\/?p=2908"},"modified":"2016-05-12T07:59:22","modified_gmt":"2016-05-12T05:59:22","slug":"jardine-ray-trail-life","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vergissmi.net\/?p=2908","title":{"rendered":"JARDINE, Ray: Trail Life"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Diese Buchrezension ist f\u00fcr alle, die gerne weniger Gewicht h\u00e4tten. Autor Ray Jardine ist Ultraleicht-Wanderer der ersten Stunde. Menschen wie er widmen sich mit gro\u00dfer Hingabe der Frage, wie man mit knappen Gep\u00e4ck gut \u00fcber die Runden kommt. Dabei nehmen sie auch Ungemach in Kauf &#8211; Hauptsache, der R\u00fccken ist happy.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8220;Lightweight Backpacking&#8221;<\/em> entstand &#8211; wie vieles in der Weitwanderszene &#8211; im Umfeld der gro\u00dfen amerikanischen Kontinentalfernwanderwege. Auf diesen unvorstellbar langen Strecken versammeln sich Jahr f\u00fcr Jahr etliche tausend Teilzeit-Aussteiger, um das Abenteuer\u00a0 US-Durchquerung in Angriff zu nehmen. Ray Jardine geh\u00f6rt zu jenen wenigen Leuten, die die <em>Big Three<\/em> komplett begangen haben. Diese drei gro\u00dfen Weitwanderwege Nordamerikas, die sich entlang der Hauptwasserscheiden des Kontinents jeweils von der Nord- zur S\u00fcdgrenze der Vereinigten Staaten erstrecken, bringen es gemeinsam auf etwa 8000 Meilen oder rund 13000 Kilometer. Angeblich waren bereits mehr Menschen im Weltall als es Leute gibt, die sich die <em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Triple_Crown_of_Hiking\">Triple Crown of Hiking<\/a><\/em> verdient haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_2919\" style=\"width: 584px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/d\/d1\/-conservationlands15_Social_Media_Takeover,_May_15,_BLM_Part_of_Annual_Pacific_Crest_Trail_Kick-Off_%2817501089500%29.jpg\" rel=\"lightbox[2908]\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2919\" class=\"wp-image-2919\" src=\"https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/pct-800x489.jpg\" alt=\"Am Pacific Crest Trail (c) Wikipedia\" width=\"574\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/pct-800x489.jpg 800w, https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/pct-1024x626.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 574px) 100vw, 574px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2919\" class=\"wp-caption-text\">Am Pacific Crest Trail (c) Wikipedia<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Mensch bei klarem Verstand wird sich vor einer solchen Tour gr\u00fcndlichst damit befassen, wie er seine Traglast auf ein <em>sinnvolles<\/em> Ma\u00df reduzieren kann. Schon lange vor der Tour wird daher genau gepr\u00fcft, wie warm (und damit wie schwer) der Schlafsack wirklich sein soll, ob unterwegs Steigeisen ben\u00f6tigt werden, wie klein der Rucksack sein darf &#8211; und ob die dicke Jacke im Hochsommer wirklich mit muss. Die Packliste verh\u00e4lt sich zum Rucksack wie das rechtsdrehende Werbe-Joghurt zum Bl\u00e4hbauch: Die zeitgerechte Anwendung erspart ein unn\u00f6tiges V\u00f6llegef\u00fchl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Pacific Crest Trail gibt es beispielsweise eine eigenes Internetprojekt, die <a href=\"https:\/\/pctwater.com\/\" target=\"_blank\">Wasserstellen am Pacific Crest Trail<\/a> zu erfassen, um den Begehern das Tragen von Trinkwasser zu ersparen. So wird Gewicht reduziert, ohne tats\u00e4chlich etwas zur\u00fcck zu lassen. Ultralight-Wanderer gehen einen Schritt weiter. Vereinfacht gesagt stellen sich &#8220;UL&#8221;-Fans bei jedem einzelnen Ausr\u00fcstungsgegenstand die Frage, auf wieviel Komfort sie zu verzichten bereit sind. Wer \u00f6fters einschl\u00e4gige Internet-Diskussionsforen st\u00f6bert, der wei\u00df:\u00a0 Diese Jagd nach jedem Gramm nimmt zuweilen skurille Formen an. \u00d6fters k\u00f6nnte man den Eindruck gewinnen, manche Leute w\u00fcrden sich vor einer Tour am liebsten ein Bein abhacken, da ja eh schon ein zweites Bein mitkommt &#8211; und dem Komfortverlust eine nicht zu leugnende, gewaltige Gewichtsersparnis gegen\u00fcbersteht. Andere Leute sehen die ganze Thematik recht vern\u00fcnftig und kommen mit guten Ideen, \u00fcber die es sich tats\u00e4chlich nachzudenken lohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2913\" src=\"https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/jardine-trail-life.jpg\" alt=\"jardine-trail-life\" width=\"260\" height=\"273\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ray Jardine und sein mittlerweile zum Klassiker gereiftes Buch &#8220;<a href=\"http:\/\/www.rayjardine.com\/ray-way\/Books\/Trail-Life\/index.htm\" target=\"_blank\">Trail Life<\/a>&#8221; befindet sich irgendwo in der Mitte der beiden Extreme. Auf exakt 400, nur in der englischen Originalfassung erh\u00e4ltlichen Seiten widmet er sich allen, aber auch wirklich allen Aspekten, die einen Weitwanderer vor einer gro\u00dfen Tour besch\u00e4ftigen. Im Gegensatz zu anderen Outdoor-Ratgebern verzichtet er dabei v\u00f6llig auf Produktempfehlungen (abgesehen von seinen eigenen, selbst hergestellten Artikeln, f\u00fcr die es jedoch im Buch auch immer eine dazupassende do-it-yourself Anleitung gibt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So erz\u00e4hlt er &#8211; durchaus unterhaltsam &#8211; von seinen eigenen Anf\u00e4ngen in der Outdoorszene. Tats\u00e4chlich blickt er auf einen farbenfrohen Lebenswandel zur\u00fcck: Nach dem Uni-Abschluss in Raumfahrttechnik war er als Entwickler von Flugsimulatoren t\u00e4tig, was er aber bald wieder bleiben lie\u00df, um mehr in den Bergen sein zu k\u00f6nnen. Es folgen mehrere Durchquerungen gro\u00dfer Kletterw\u00e4nde, darunter eine Erstbegehung am El Capitan. Dabei erfindet er die f\u00fcr Kletterer unverzichtbaren &#8220;Friends&#8221;, was etwa gleichzusetzen ist, als h\u00e4tte er den f\u00fcr Wanderer unverzichtbaren Rucksack erfunden. In den Achtziger Jahren umrundet er mit seiner Frau Jenny in einem Segelboot die Welt, und l\u00e4sst sich irgendwo unterwegs gr\u00fcndlichst zum Tiefseetaucher ausbilden. Wieder daheim, entdeckt er seine Liebe zum Drachenfliegen, und kommt in 2,5 Jahren beinahe 2600 Male hoch in die frische Luft. Dass da auch ein Pilotenschein her musste, war abzusehen. F\u00fcnf Mal ging er l\u00e4nger wandern, jede dieser Touren zumindest 3500 Kilometer lang. 10 Mal durchquert er mit Kanu oder Kajak Teile der Arktis.<\/p>\n<div id=\"attachment_2916\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/s-media-cache-ak0.pinimg.com\/736x\/5d\/de\/4a\/5dde4a1ca9721e94c7070a364abe8903.jpg\" rel=\"lightbox[2908]\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2916\" class=\"wp-image-2916 size-full\" src=\"https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Ray-Jardine.jpg\" alt=\"Ray Jardine (c) Pinterest\" width=\"300\" height=\"239\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2916\" class=\"wp-caption-text\">Ray Jardine (c) Pinterest<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit all diesen Erfahrungen ausgestattet, setzte er sich in den Neunziger Jahren an den Schreibtisch und verfasste sein erstes Weitwanderbuch: <em>&#8220;Beyond Backpacking&#8221;<\/em> ist der Vorl\u00e4ufer des hier besprochenen &#8220;Trail Life&#8221;, wurde im Laufe der Jahre mehrmals gro\u00dfz\u00fcgig \u00fcberarbeitet und erhielt wohl als Folge all dieser \u00c4nderungen irgendwann auch einen neuen Namen. Herausgekommen ist die vorl\u00e4ufig letzte Fassung von 2009, die mir mein <a href=\"http:\/\/www.heyn.at\/home\" target=\"_blank\">Buchh\u00e4ndler<\/a> freundlicherweise aus Arizona organisierte. Den Buchtipp habe ich \u00fcbrigens von Helen aka\u00a0 <a href=\"https:\/\/walkingwomad.com\/\" target=\"_blank\">walkingwomad<\/a> erhalten &#8211; f\u00fcr mich <strong><em>die<\/em><\/strong> ausgewiesene Expertin f\u00fcr lange Strecken &#8211; und dar\u00fcber hinaus genauso verliebt in die Tourenvorbereitung wie ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommen wir also langsam zum Buch. Es ist ein wilder Ritt, auf den Ray den Leser hier mitnimmt. Die unglaubliche Themenvielfalt wie auch sein st\u00e4ndiger Wechsel zwischen mehr oder weniger n\u00fctzlichen, oft fast schon mit religi\u00f6ser \u00dcberzeugung vorgetragenen <em>Grundprinzipien des leichten Wanderns<\/em> sorgen jedenfalls f\u00fcr Abwechslung. Egal, ob man seinen Anregungen nun etwas abgewinnen kann oder nicht. Irgendwie ist es wie einst bei Modern Talking: Egal, was man davon h\u00e4lt, <em>wurscht<\/em> ist es einem sicherlich nicht. Und darauf sollte man vor der Lekt\u00fcre besser vorbereitet sein &#8211; denn die erste skurille Botschaft kommt bestimmt. Wenn auch nicht f\u00fcr jeden an derselben Stelle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So gelingt es Jardine gleich im ersten Teil des Buches, dem Leser mit klaren Worten einen absolut schl\u00fcssigen Blick auf die Gesetze der Outdoor-Industrie zu vermitteln &#8211; um sich ein Kapitel sp\u00e4ter diebisch (und \u00fcber mehrere Seiten) \u00fcber die Gewichtsersparnis zu freuen, die er mit dem Abschneiden der Schuh-Laschen erzielen konnte. <em>&#8220;That guy is a nut, but an informative nut&#8221;<\/em>, formuliert es ein Leser auf <a href=\"http:\/\/www.goodreads.com\/book\/show\/154944.Beyond_Backpacking\" target=\"_blank\">goodreads.com<\/a>. Und je tiefer man in die Gedankenwelt von Ray &#8220;The Ray Way&#8221; Jardine vordringt, umso geneigter ist man, dieser Ferndiagnose zuzustimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist aber nicht so gemein gemeint, wie es vielleicht klingen mag. Revolution\u00e4re Ideen erfordern revolution\u00e4re Geister &#8211; und wenn es einen Grund gibt, warum jeder Outdoormensch mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Nutzen aus diesem Buch zieht, so ist es dieser: Jardine regt dazu an, Verhaltensmuster und \u00dcberzeugungen, die man selbst nie infrage gestellt hat, einfach von Zeit zu Zeit zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob sie denn immer noch zutreffen. Ein Beispiel: Wenn sich ein Kunde in einem Sportgesch\u00e4ft als Wanderneuling outet, hat der Verk\u00e4ufer sicherzustellen, dass er dem Kunden die Ausr\u00fcstung verkauft, die seinen Voraussetzungen entspricht (schon alleine deshalb, um sich nicht im Nachhinein mit diversen Interpretationen des Produkthaftungsgesetztes konfontiert sehen zu m\u00fcssen). Also wird er jemanden, der bisher nie weiter als 10 Kilometer gegangen ist, sicherheitshalber einen Schuh verkaufen, der die untrainierten Gelenke und B\u00e4nder (unter-)st\u00fctzt. Und das auch, wenn dieser Wanderer \u00fcberhaupt nicht vor hat, in steiles, steiniges Terrain vorzudringen. Einige tausend Kilometer sp\u00e4ter wird derselbe Wanderer mit Sicherheit selbst einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen, auf welchem Untergrund ihm welcher Schuh am besten &#8220;passt&#8221;. Muskeln und B\u00e4nder sind inzwischen trainiert, und f\u00fcr viele Wege muss nun nicht mehr der schwere Wanderstiefel auf den Fu\u00df, es reicht nun auch ein etwas stabilerer Wald-Laufschuh.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr diesen Schritt brauchen die meisten Vielwanderer noch keine spezielle Literatur. Rays Verdienst liegt darin, diese grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegung auf alle anderen Bereiche des Wanderns umzulegen. Dabei mischen sich im Buch durchaus nachvollziehbare Schlussfolgerungen mit beinahe dogmatisch vorgetragenem, haarstr\u00e4ubend naivem Unsinn. Und ja, das Urteil erlaube ich mir bei einem Autor, der auf seiner Homepage ein batteriebetriebenes <a href=\"http:\/\/www.rayjardine.com\/Blood_Cleaner\/index.htm\" target=\"_blank\">Armband<\/a> anbietet, welches &#8220;durch das Aussenden von Stromschl\u00e4gen Krankheitserreger, Pilze und kleine Urtierchen&#8221; aus der Blutbahn verjagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle muss ich kurz auf den Stil des Buches eingehen: Alle Themenbereiche werden in Form eines Erfahrungsberichtes aufbereitet. Ray verwendet beinahe immer die Form &#8220;Jenny and I&#8221;, wenn er eigentlich sich selbst meint und vergisst nicht, regelm\u00e4\u00dfig darauf hinzuweisen, dass es sich bei allem, was es dort zu lesen gibt, ausschlie\u00dflich um pers\u00f6nliche Erfahrungen handelt, aus denen sich jeder Leser rausnehmen soll, was immer er m\u00f6chte. Damit vermeidet Jardine geschickt jeden Diskurs, denn \u00fcber eigene Erfahrungswerte l\u00e4sst sich kaum streiten. Zwei Seiten weiter liest sich das dann jedoch mitunter ganz anders, wenn er wiederholt einen fiktiven, unterwegs getroffenen Wanderer ins Verderben st\u00fcrzen l\u00e4sst, weil dieser bei der Jardinenpredigt nicht genau aufgepasst hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Passagen sind ausgesprochen gut geworden, so der bereits oben erw\u00e4hnte Blick in die Outdoorindustrie. Den Erzeugern von Wanderausr\u00fcstung k\u00e4me es sehr gelegen, so Jardine, dass sich Outdoorbegeisterte beim Kauf ihrer Utensilien nach dem gro\u00dfen Abenteuer sehnen. Der Handel verst\u00e4rkt diese Sehnsucht mit kr\u00e4ftigen Bildern von Menschen, die durch die Wildnis streifen, und abends \u00fcber dem Lagerfeuer den Oberschenkel des soeben erlegten B\u00e4ren braten. Wer ein solches Abenteuer erleben m\u00f6chte, mu\u00df auch f\u00fcr ein solches Abenteuer ger\u00fcstet sein. Eine Schlussfolgerung, die der B\u00e4rent\u00f6ter in spe oft nur allzu gerne unterschreibt, immerhin will er ja m\u00f6glichst viel erleben &#8211; und da w\u00e4re es nur allzu schade, w\u00fcrde es an der n\u00f6tigen Ausr\u00fcstung scheitern. Also kommt das 30 cm lange <em>Bear Adventure Knife<\/em> in den Rucksack. Doch dieses Messer wird in seinem Leben ungleich viel mehr Streichk\u00e4se auf einem Brot verteilen als B\u00e4renk\u00f6pfe von der B\u00e4renschulter trennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das kommt sowohl dem B\u00e4ren, als auch dem Handel sehr entgegen: <em>Um f\u00fcr alle F\u00e4lle ger\u00fcstet zu sein, greift der K\u00e4ufer lieber zur &#8216;sicheren&#8217;, anstatt zur tats\u00e4chlich ben\u00f6tigten Ausr\u00fcstung<\/em>, so Jardine. Und dabei geht es gar nicht darum, ein teureres Produkt zu kaufen &#8211; allein dadurch, dass sich der Kunde f\u00fcr ein robusteres Modell entscheidet, erspart sich der Handel den Aufwand, der durch nachtr\u00e4gliche Reklamationen entstehen w\u00fcrde. Oder: Warum in leichte Stoffe zB f\u00fcr Rucks\u00e4cke investieren, wenn sich der Kunde von einem Rucksack doch in erster Linie sp\u00fcrbare Robustheit erwartet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8220;<em>Wenn der Kunde lieber robustere Ware kauft, so kann das dem Erzeuger\/H\u00e4ndler nur recht sein.&#8221;<br \/>\n<span style=\"color: #999999;\">(Ray erz\u00e4hlt das alles nat\u00fcrlich ganz anders, aber das isses, woraus er hinaus m\u00f6chte)<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diese vereinfachte Darstellung setzt nun der restliche, der Ausr\u00fcstung gewidmete Teil des Buches auf: Bei so gut wie allen Aspekten des Outdoorlebens gilt es zu hinterfragen: Passt mein Zeug mit der geplanten Unternehmung zusammen? Oder geht es auch leichter? Dabei widmet sich Jardine zuerst den gro\u00dfen Vieren, also Rucksack, Zelt, Schlafsack, Schuhe. Hier gibt es bekanntlich am meisten zu holen, und das sind auch die Eckpfeiler der &#8211; inzwischen in der Wanderszene zur Weltreligion herangereiften &#8211; <a href=\"http:\/\/www.ultraleicht-trekking.com\/forum\/\" target=\"_blank\">Ultralight-Szene<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_2921\" style=\"width: 349px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2921\" class=\"size-full wp-image-2921\" src=\"https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/dehydrated-water.jpg\" alt=\"Leichtes Wasser zum Mitnehmen\" width=\"339\" height=\"400\" \/><p id=\"caption-attachment-2921\" class=\"wp-caption-text\">Leichtes Wasser f\u00fcr unterwegs<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Ausr\u00fcstungsteil folgen generelle Aspekte. Ray nimmt uns ein Kapitel lang zum Kochen mit, und zeigt uns im n\u00e4chsten, wie man umweltfreundlich duscht und badet. F\u00fcr letzteres hat er sogar ein eigenes Wort erfunden, <em>the dundo method<\/em>. Kurz gefasst, empfiehlt Jardine, sich nicht im sp\u00e4teren Trinkwasser einzuseifen. Banalit\u00e4ten wie diesen folgen jedoch immer wieder gute \u00dcberlegungen, beispielsweise zur Wahl des Zeltplatzes oder zur Organisation von &#8216;Resupplies&#8217;, also von Nachsendungen bei l\u00e4ngeren Trekkingtouren. Beides Themen, die mich sehr interessierten und mir auch bei meiner Tourenplanung weiterhalfen. Ich bin auch durch dieses Buch auf die Idee gekommen, auf l\u00e4ngere Touren einen Regenschirm mitzunehmen, da ich mir davon einige Vorteile verspreche, die \u00fcber den offensichtlichen Zweck hinausgehen (dazu ein andermal).<\/p>\n<p><em><strong>In Summe ein Buch, an dem man mit einer ausgewogenen Mischung an Offenheit f\u00fcr Neues sowie Skepsis gegen\u00fcber jeder Art von Heilslehren durchaus seine Freude haben kann.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Diese Buchrezension ist f\u00fcr alle, die gerne weniger Gewicht h\u00e4tten. Autor Ray Jardine ist Ultraleicht-Wanderer der ersten Stunde. Menschen wie er widmen sich mit gro\u00dfer Hingabe der Frage, wie man mit knappen Gep\u00e4ck gut \u00fcber die Runden kommt. 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