{"id":4919,"date":"2019-07-12T14:23:03","date_gmt":"2019-07-12T12:23:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vergissmi.net\/?p=4919"},"modified":"2019-08-01T20:33:06","modified_gmt":"2019-08-01T18:33:06","slug":"dirty-deeds-and-the-dung-dirt-cheap","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vergissmi.net\/?p=4919","title":{"rendered":"Dirty Deeds and the Dung Dirt Cheap"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Fr\u00fcher, als sich die Leute am Land bestenfalls einmal im Jahr neue Schuhe leisteten, waren die Halterbuben und -dirndln oft barfu\u00df drau\u00dfen am Feld. War es ein besonders garstiger, kalter, schircher, windiger Regentag, dann stellten sich die Kinder gerne in einen dampfenden Kuhfladen, um sich die Zehen etwas zu w\u00e4rmen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Auch wir Wandersleute kennen das, wenn auch in g\u00e4nzlich anderem Zusammenhang. Nicht immer zeugt ein weiches Abrollverhalten von der G\u00fcte der Schuhsohle &#8230;. wenn man nicht aufpasst, kann es ganz schnell sein, dass man selber der Halterbua ist.<\/p>\n<p>Womit wir auch mitten in der Geschichte w\u00e4ren. Es ist gerade 9 Uhr morgens, und ich sitze mit meinem 650 Gramm schweren mobilen B\u00fcro gerade am h\u00f6chsten Rastbankerl des Steirischen Almenlandes. Hier auf der gr\u00f6\u00dften zusammenh\u00e4ngenden Rinderweide des Landes l\u00e4sst sich\u2019s an einem Tag wie heute besonders gut aushalten. Diesmal bin ich auf einer Strecke unterwegs, die auch &#8211; lang ist&#8217;s her &#8211; in den <a href=\"https:\/\/www.rother.de\/rother%20wanderbuch-wochenendtouren%20%F6sterreich%20s%FCd%20-%20k%E4rnten%20und%20steiermark-3147.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wochenendtouren \u00d6sterreich S\u00fcd<\/a> Einzug gehalten hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Mein-neuer-Freund.jpg\" rel=\"lightbox[4919]\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4922\" src=\"https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Mein-neuer-Freund-800x600.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Mein-neuer-Freund-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.vergissmi.net\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Mein-neuer-Freund-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zweieinhalb Gehstunden habe ich heut&#8217; schon in den Beinen. Die letzte Nacht habe ich in einer Pilgerherberge verbracht, da ein St\u00fcck meiner selbstgestrickten Route die Mariazeller Wallfahrtsautobahn ber\u00fchrt. Schon kurz vor 6 Uhr morgens erschien ich im Fr\u00fchst\u00fcckssaal \u2013 nicht ohne Stolz, so fr\u00fch schon unter den Lebenden zu weilen. Doch von der (bereits vollst\u00e4ndig anwesenden, putzmunteren) Pilgerschar erntete ich nur Blicke, die sich irgendwo zwischen Mitleid und Nichtbeachtung bewegten. Schnell begriff ich: Wenn Du von den Wallfahrern ernst genommen werden willst, dann hast Du um f\u00fcnf Uhr morgens bereits in deinen Socken zu stecken und vor Sonnenaufgang das erste Mal freundlich gen Bethlehem zu nicken. Jeder, der es wagt, erst nach halb sechs zum Fr\u00fchst\u00fcck zu erscheinen, kriegt den Palmesel-Blick.<\/p>\n<p>Eingedenk dieses sanften gruppendynamischen Druckes auf meinen Schultern blieb mir nichts anderes \u00fcbrig, als ebenfalls gleich loszustapfen, um nicht sofort standrechtlich exkommuniziert zu werden. Doch auch ohne den heiligen Tritt in den Hintern w\u00e4re es mir schwer gefallen, nicht sofort aufzubrechen: Bei traumhaften Bedingungen sah ich bereits bei einem Fenster bis ins Burgenland und im anderen Fenster die noch schneebedeckten Gipfel der Seckauer Tauern (ich kenne \u00fcbrigens Leute, die mit dieser Angabe allein bereits wissen, wo diese Herberge steht \u2013 bin gespannt, ob sich z. B. <em>Unser Mann in Hermagor<\/em> wiedermal meldet ;-).<\/p>\n<p>Und so bin ich den nachtaktiven Wallfahrern im Nachhinein sehr dankbar und habe ihnen auch bereits verziehen, dass sie am gestrigen Abend bereits um halb acht in Richtung Schlaflager aufgebrochen sind \u2013 und mich alleine in der Gaststube sitzen lie\u00dfen. Da trennten sich n\u00e4mlich vor\u00fcbergehend unsere Wege. Um 19:30 ins Bett gehen \u2026 muss eine interessante Erfahrung sein.<\/p>\n<p>So, ich mache auch schon wieder Schluss f\u00fcr heute, da der Tag besser und besser wird, und es mich wieder weiterzieht. Ich w\u00fcnsche Euch am Wochenende gutes Tourenwetter (ich w\u00fcrde bei der aktuellen Prognose \u00fcbrigens zur auch ganz ohne Buch-Eigenwerbung zu S\u00fcd\u00f6sterreich raten) und keine ungewollten Ausrutscher \u2026 \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fr\u00fcher, als sich die Leute am Land bestenfalls einmal im Jahr neue Schuhe leisteten, waren die Halterbuben und -dirndln oft barfu\u00df drau\u00dfen am Feld. War es ein besonders garstiger, kalter, schircher, windiger Regentag, dann stellten sich die Kinder gerne in einen dampfenden Kuhfladen, um sich die Zehen etwas zu w\u00e4rmen. 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