WIEN-MONACO 2016

Über die Sonnenseite der Alpen

Gesamtdurchquerung des südlichen Alpenkammes

Projektvorstellung vom Frühsommer 2016

 

 

Worum geht’s denn da überhaupt?

Ich schreibe gern übers Leben draußen. Und bin, wenn es um die heimische Bergwelt geht, auch ziemlich gut informiert. Vor allem die Langstrecken in der >300km-Klasse kenne ich alle persönlich. Dass die Alpen westlich von Vorarlberg noch ein Stückchen weitergehen – auch das weiß ich. Wie weit das allerdings genau ist … dazu fehlt mir das nötige Vorstellungsvermögen. Sicherlich, ich kann mit beeindruckenden Kilometerzahlen und unfassbaren Höhenmetern aufwarten. Und mit Wissen, das ich bei Mark Zahel geklaut habe, über Schweizer Viertausender fachsimpeln. Aber was es wirklich heißt, daheim im Vorzimmer den Rucksack zu schultern, um sich vier Monate später darüber zu freuen, dass man an der französischen Mittelmeerküste inzwischen akzentfrei ein Bier bestellen kann … also ich zumindest weiß nicht, wie sich das anfühlt.

Also schauen wir uns die Sache einmal an.

Grüner Rucksack, daneben ich

Im Grunde war ich ja schon überall, wo ich da heuer vorbeikomme. Also fast überall. Allerdings nicht zu Fuß, sondern mit dem Motorrad. Nie länger als einen Tag am selben Fleck – das hat mir einmal richtig viel Spaß gemacht. Meiner Beobachtung nach gönnen sich sehr viele Menschen dieses Vergnügen sogar recht oft. Manchmal auch nur, um für ein Wochenende in den Süden zu fahren. Inzwischen wäre mir das für so kurze Zeit viel zu weit. Wenn man allerdings ohnehin bereits irgendwo ist, dann spricht auch nichts dagegen, gleich eine kleine Wandertour anzuhängen. Heute mache ich das überall, wo ich hinkomme, so. Wenn es sich nur irgendwie einrichten lässt. Das gilt in den Französischen Seealpen genauso wie in Wien.

Hat man sich mit der Idee „Wenn ich bereits in der Gegend bin, könnte ich ja gleich noch einen Tag anhängen“ erst einmal angefreundet, ist es zu meinem Sommerprojekt 2016 nicht mehr weit. Man muss diesen Plan nur täglich ein wenig nach links verschieben. Und 100 Mal wiederholen.

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Vorbei am höchsten ganzjährig bewohnten Dorf Europas (Juf, Schweiz).

Ein paar Zahlen

  • Die Weglänge beträgt rund 2000 Kilometer. Je nach Auswertungssoftware komme ich auf einen geringfügig höheren oder niedrigeren Kilometerstand – es ist auf alle Fälle für jeden was dabei.
  • 6 Alpenländer (AT, SI, IT, CH, F, MC) sowie 19 Gebirgsgruppen nach AVE/SOIUSA werden von meiner selbstgebastelten Route durchquert. Wenn sich jemand mit AVE und SOIUSA nicht beschäftigen möchte, was ich verstehe, dann nur soviel: Auf der Alpensüdseite verlaufen Bergketten nicht (wie die meisten österreichischen Gebirgen) in West-Ost-Richtung, sondern immer genau quer zur Marschrichtung. So kommen auf der Tour ordentlich viele Höhenmeter zusammen.
Italienische Querulanten

Italienische Querulanten

  • So um die 120 Tage, also rund 4 Monate, dauert die Tour (inklusive Ruhetage). Bei etwa 100000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. (Anmerkung 2017: 108 Tage)
  • Die meiste Zeit verbringt man eher weiter oben. Denn die Streckenführung ist fast durchgehend mittel- bis hochalpin. Unzählige Pässe zwischen 2500 und 2900 Metern warten ab der Ortlergruppe. Einen ersten, nicht allzuschweren Dreitausender erreicht man am Sellastock.

Der Plan …

 

Wien-Locarno-Monaco

… und die Marksteine …

Wien

Östliche Randgebirge
Grazer Bergland
Graz
Lavanttaler Alpen
Steiner Alpen
Karawanken
Nationalpark Triglav
Karnische Alpen
Drei Zinnen
Dolomiten West
Meran
Nationalpark Stelvio
Locarno – Lago Maggiore
Piemont Nord
Nationalpark Gran Paradiso
Rocciamelone

Piemont Süd
Nationalpark Mercantour
Seealpen

Monaco

 

Klingt gut, nicht?

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