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Am Gailtaler Höhenweg

10. November 2010 Kommentare (6) 02 Zentralalpenweg, Österreich, Vorarlberg, Weitwandern

4 Herbsttage am Rätikon-Höhenweg (Zentralalpenweg 02)

Ein vom Wetterexperten Inntranetz im Forum Gipfeltreffen prognostiziertes mehrtägiges Hoch führte uns am 20. September ins letzte Bundesland unsere Tour d’Autriche: Vorarlberg. Von Feldkirch aus ging’s entlang der südlichen Staatsgrenze bis Gargellen. Vier Tage waren wir diesmal unterwegs, bei traumhaftem Herbstwetter und großartiger Weitsicht.

Startpunkt war die Feldkircher Altstadt, von der aus es dank der etwas spärlichen Beschilderung mit einigen Umwegen in Richtung Feldkircher Hütte losging. Schon kurz nach Verlassen der Stadt stellte sich „Bergfeeling“ ein, bereits auf 700 m Seehöhe war ganz Vorarlberg zu sehen.

Der Weg führte zu den drei Schwestern, und windete sich seilgesichert auf den Garsellakopf, der nochmal einen Rückblick zum Startpunkt erlaubte:

Wo’s rauf geht, geht’s auch wieder runter …

… und selten, aber doch kommt es vor, dass der Weiterweg nicht schon ganz logisch vor einem liegt.

Auf jeden Fall wussten wir immer, wo wir hergekommen sind – hier ein Rückblick vom Kuhgrat zum Garsellakopf:

Am späten Nachmittag der krönende Abschluss eines großartigen Tourentages: Der künstlich angelegte Fürstensteig, der in den Fels gesprengt wurde, um einen spektakulären Abstieg nach Silum (FL) zu ermöglichen. Dieser Ort bietet auf ca. 1400 Höhenmetern die weit und breit einzige Nächtigungsmöglichkeit am Rätikon-Höhenweg (Update 2014: Leider nicht mehr – die nächsten Ausweichquartiere sind die Gafadurahütte oder das Kurhaus Sücka).

Frisch und munter ging’s am nächsten Morgen gleich an die Wiedergutmachung der Höhenmeter, die beim Abstieg nach Silum verlorengingen. Nach 3 Stunden Aufstieg gab’s Mittagessen in der Pfälzer Hütte, die ebenfalls auf liechteinsteinischem Boden steht und folgerichtig dem Liechtensteiner Alpenverein gehört.

Und weil uns keiner sagen konnte, ob die Verbindungsstrecke zur Mannheimer Hütte (war zu dieser Zeit wegen dem frühen Schneefall schon 2 Wochen geschlossen) begehbar ist, haben wir uns für die Schesaplanahütte als Bleibe für die Nacht entschieden. Also Wechsel auf die Schweizer Seite …

… und bei gleichbleibend faszinierender Wegführung rüber zur Hütte (hier im Rückblick):

Tags drauf ging’s früh morgens bei leichter Kletterei durch die „Gamslucken“ wieder zurück nach Österreich …

… wo wir uns bei der Totalphütte um einen Marillenkuchen anstellten. Die Schesaplana war an diesem Tag Ziel vieler Wanderer, die wohl auch das Wetterfenster für einen letzten Aufstieg nutzten – wir haben deshalb Verzicht geübt und dafür die Etappe bis zur Lindauer Hütte verlängert.

Mittagessen gab’s dann auf der Douglasshütte, auf der Terasse am Lüner See.

Nach einer Runde um den See ging’s weiter übers Verajoch zum Schweizertor – ein letztes Mal die Schesaplana im Rückspiegel. Der Name Schesaplana hat übrigens italienische Wurzeln und heisst „platter Stein“. Die Italiener sind wohl von den 3 Zinnen so verwöhnt, dass sowas wie der hier als brett’leben durchgeht:

Vom Öfapass sieht man dann erstmals zur Lindauer Hütte runter – hier am Foto muss man sie erahnen – sie ist der helle Fleck im Porzalengawald am Talboden.

Am nächsten Tag gibt’s wieder 700 HM zum Frühstück, bis man bei Schwarzhorn und der Schwarzen Scharte auf 2350 m angelangt ist:

Überm Gupf drüber geht’s runter zur Tilisunahütte, im Hintergrund schaut der Sulzfluh hervor:

Da in der Sendung noch etwas Zeit war, verstauten wir kurzerhand unser Gepäck in der Hütte und sind auf den Sulzfluh rauf. Prächtige Aussicht auf 2.818 m:

Nur kurz unterm Gipfel lag das eine oder andere Schneefeld – der restliche Weg war aper:

Zurück bei der Tilisunahütte, ging’s flotten Schrittes weiter …

Am Plasseneggenpass ging’s für eine Dreiviertelstunde wieder in die Schweiz rüber, um am Saratlajoch auf knapp 2.400 m den letzten Pass zu queren.

Wir haben uns für Gargellen als Tourenabschluss entschieden. Rund 1000 Höhenmeter weiter unten quartierten wir uns im Hotel Bradabella ein, wo wir mit einem standesgemäßen 5-Gänge-Menü diese großartige Tour abschlossen.

6 Responses to 4 Herbsttage am Rätikon-Höhenweg (Zentralalpenweg 02)

  1. Doris Netzer sagt:

    Hallo Hans und Grete,

    danke für die Erwähnung in eurem sehr, sehr schönen Bericht der Tour im Rhätikon. Das macht Spaß und die Bilder sind enorm gut. Vielen, lieben Dank – und wir freuen uns auf ein anderes Mal – vielleicht bei der „Via Valtellina“ – oder Madrisa-Rundtour – oder in Richtung Silvretta- es gibt ja noch eine Menge.Gerne verwöhnen wir Sie dann wieder – wie es sich gehört.

  2. AndiG sagt:

    Sehr schöne Bilder!
    Weckt schöne Erinnerungen
    Kleine Korrektur bei Bild 5 – es müsste wohl heißen Rückblick vom Kuhgrat weil am Bild ist der Garsellakopf zu sehen

  3. hans sagt:

    Danke, schon ausgebessert!

  4. Meadow sagt:

    I’m not easily impressed but you’ve done it with that pstoing.

  5. r.frick sagt:

    die pfaelzerhuette ist in liechtenstein und gehoert dem liechtensteinischen alpenverein. Silum gibt es nicht mehr man muss weiter bis restaurant suecka ca.1stunde fuerstensteig und der ganze weg bis pfaelzerhuette ist in liechtenstein gruss aus dem laendle r. f.l

  6. hans sagt:

    Danke – schon ausgebessert! Wollte mich per Mail bedanken, doch die angegebene Mailbox nimmt keine Nachrichten mehr entgegen.

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