Um 3 Wochen zu früh. Was hätte ich dafür gegeben, bei den Fetzentalern dabeizusein ...!

Im hohen Norden – am Eisenwurzenweg

WWW03 Südalpenweg Teil 1 – Südsteiermark

15. Juni 2010 Kommentare (4) 07 Ostösterreichischer Grenzlandweg, Österreich, Burgenland, Niederösterreich, Steiermark, Tourtagebuch, Weitwandern, Wien

Ostösterreichischer Grenzlandweg – Ein Rückblick

Vom hohen Waldviertel zum Neusiedlerseee und über den Hochwechsel in die Südsteiermark – ein Rückblick auf den nassen Frühsommer 2010 mit vielen Bildern und vielen Links auf vorhergegangene Artikel.

Es ist geschafft, vor wenigen Tagen haben wir nach rund 5 Wochen Bad Radkersburg erreicht – und damit den Zielort unseres zweiten überregionalen österreichischen Weitwanderweges. Von den insgesamt 700irgendwas Kilometern haben wir wohl so um die 500 im Regen verbracht. Vom Weinviertel beispielsweise haben wir so gut wie gar nichts mitbekommen, weil es bei rund 50 km/h Windgeschwindigkeit und permanenten Regen nicht viel für uns zum Schauen gab.

Irgendwann hoert man auf, mit dem Essen auf besseres Wetter zu warten …

Vom Tourstart hatten wir ja bereits an anderer Stelle berichtet, also werde ich mit dem Bericht in Retz weitermachen, wo wir inmitten der mehrtägigen Sturmwarnung Mitte Mai zwei Tage abwarten mußten, um überhaupt weitergehen zu können – aus der geplanten Gruppenwanderung auf den Mailberg ist daher nichts geworden – schade! (Sollten wir aber bei Gelegenheit nachholen, wir haben dort ein Spitzen-Lokal entdeckt und haben die Nacht im Schloss verbracht!)

Mailberg im Regen

Von Mailberg ging es dann schnurstracks über Ernst- und Manhartsbrunn nach Wien, wo uns auf der Jedlerseer Brücke ein wolkenloser Rückblick auf unseren Tourstart vor zwei Monaten vergönnt war – vom Kahlenberg sind wir ja am 1. April Richtung Salzburg aufgebrochen.

Raufschauen zum Kahlenberg …

Überhaupt war uns ab der Wiener Stadtgrenze ein 2.5tägiges Schönwetterfenster vergönnt, welches EXAKT ausreichte, um eine Fahrradtour durch die Donau-Auen (Grete berichtete ausführlich!) und durchs halbe Burgenland zu machen. So kamen wir nach Deutschland, Tschechien und der Slowakei auch in das vierte Nachbarland auf unserer Tour, das wir zu Fuß besuchten. Besonders weit ins Landesinnere ging es jedoch nicht, denn ich war mir zu nadig und hab auf der Tour aus Gewichtsgründen auf einen Reisepass verzichtet.

Bei der Rücküberstellung der Räder nach Wien goss es bereits wieder wie aus Beeten – die letzte Stunde am Rad Richtung Bahnhof Wulkaprodersdorf war überhaupt die nasseste Stunde der gesamten Tour – die anderen Fahrgäste im Regionalexpress sind nie näher als bis auf 2-3 Meter herangekommen.

Trotzdem hatten wir offenbar Glück: Nur wenige Kilometer südlich, in Blumau bei Hollenthon, hat am selben Nachmittag ein mir bekanntes, normalerweise unscheinbares Bacherl eine Straßenbrücke weggerissen. Schon am nächsten Tag waren genau auf unserer Wanderroute über 100 Bundesheersoldaten im Einsatz, um die völlig zerfetzte Infrastruktur wieder herzurichten. Wir wollten den Pionieren nicht unnötig im Weg rumstehen und haben unsere Tour durch die Bucklige Welt um einen Tag verschoben.

Auch diese Zwangspause hat uns im Nachhinein Glück gebracht, denn die folgenden Tage waren wieder schwer in Ordnung, und so ging es ohne Kapriolen über Wiesen und Felder über die letzten Meter Niederösterreichs.

Erst oben am Hochwechsel hatten wir’s wieder lustig – Windspitzen von knapp 100 km/h sorgen für eine gediegene Fönfrisur, bevor wir tags darauf in einer Filiale unseres Schöpfers und Erlösers vorbeischauten – der Stiftskirche in Vorau.

Die sieben Dinge, die der Boss gar nicht gerne sieht: Superbia, Avaritia, Luxuria, Ira, Gula, Invidia, Acedia!

Von Vorau ging es über Hartberg nach Bad Waltersdorf, wo wir Besuch aus der Heimat (mit frischer Wäsche!) empfingen und zwei Kulturtage einlegten. So hatten wir Gelegenheit, in einer besonders sehenswerten Privatsammlung zur Alltagsgeschichte der Region ein altes Bauernhaus zu besichtigen, in dem beispielsweise eine Greisslerei aus den 50er Jahren durchgehend mit Originalware bestückt war.

Über Söchau ging’s dann auf die Riegersburg, die natürlich auch ein Pflichtbesuch war.

Das war auch der erste Tag einer Serie von Hochsommertagen, wo wir bereits am Vormittag die 30-Grad-Grenze überschritten. Schön war’s, nach all den nassen Tagen, doch mit dem Rucksack im Kreuz haben wir beim einen oder andern Weinberg bzw. auf den dann folgenden südsteirischen Asphaltstrecken alle unsere Sünden abgebüßt.

Aber nun waren’s ja nur mehr wenige Kilometer, und so haben wir nach 31 Tagesetappen und 710 Kilometern in Bad Radkersburg unser Zeug ins Hotel gebracht und einen halben Tag größtenteils regungslos in der Therme ums Eck verbracht. Großartig war das!

We did it!

4 Responses to Ostösterreichischer Grenzlandweg – Ein Rückblick

  1. tsu sagt:

    meinen allergrößten respekt!

    lg
    tsu

  2. waltzing matilda sagt:

    Kein Wunder, dass die ÖBB so ein Defizit hat – wenn keiner mehr Bahn fährt und lieber querfeldein wandert, ist es nur logisch!Ihr könnt einem das Beschreiten des Hans-Greteweges (was ist da schon der Jakobsweg) richtig schmackhaft machen!
    Herzliche Grüße und gut Fuß
    i&e

  3. tonator sagt:

    mich überkommen ja bei einigen bildern die gefühle und erinnerungen. was geh ich am montag wieder ins büro? die cornettos um 6 schilling haben damals ehrlicher dreingschaut. aber die wichtigste frage: wie geht’s jetzt von Gnesau aus weiter?

  4. Gert sagt:

    Wieso habt ihr in Radkersburg aufgehört, dort hätte der 03er angefangen. Habt ihr den Wegweiser neben dem Weitwanderstein nicht gesehen? 😉

    http://gipfelrast.at/?p=57

    Da fällt mir ein, den sollte ich auch wieder mal weitergehen…

    Gert

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