The Hall Of Fame

Zu Fuß von Österreich über den gesamten Alpenbogen an die Französische Mittelmeerküste: Aktuell weiß ich von 16 Personen, die sich dem Projekt „Alpendurchquerung Ost-West“ (mit Start am Alpenostrand und Endpunkt am Ligurischen Meer) verschrieben haben – und es auch erfolgreich zu Ende bringen konnten. Es ist davon auszugehen, dass es sicherlich auch anderer Begeher gab, doch entweder waren sie in streng geheimer Mission unterwegs – oder ich habe es einfach (noch) nicht erfahren.

Die Absolventenklasse

(Kurze Anmerkung zur Namensnennung: Die Namen stammen entweder aus veröffentlichten Büchern oder dem Impressum der jeweiligen Internetauftritte. Steht dort kein Name, nenne ich ihn auch hier nicht.)

1952

Lothar Wanko
Eichleitenberg/Höflein – Mittelmeer

Kurzfassung: Wanko war von Mai bis Oktober unterwegs, der genaue Zielort ist mir nicht bekannt. Lukan schreibt im „Alpenspaziergang“ dass es zu seiner Zeit kaum Wege über den Alpenbogen gab, was seiner Tour eine ganz besondere Bedeutung zukommen lässt.

1971

Hansjörg Farbmacher, Klaus Hoi, Robert Kittl, Hans Mariacher
Raxalpe – Nizza

Kurzfassung: Mit Skiern durch die Alpen, 44 Tage (!), 85 000 Höhenmeter, Unterstützung durch Begleitfahrzeuge.

1984

Fritzi & Charlie Lukan
Wien – Nizza

Kurzfassung: Die Lukans waren die ersten, die ihre Tour in Buchform dokumentierten, weshalb es hier auf meiner Seite auch eine ausführliche Rezension gibt

1992

Jürg Frischknecht, Dominik Siegrist, Harry Spiess u. a.
Wien – Nizza

Kurzfassung: Sieben Leute machten sich 1992 von Wien aus auf den Weg, um im Zuge ihrer 103-tägigen Wanderung auf negative Entwicklungen im Alpenraum aufmerksam zu machen. Das journalistische Projekt wurde anschließend unter dem Titel Alpenglühn. Auf TransAlPedes- Spuren von Wien nach Nizza in Buchform dokumentiert. Das Buch ist vergriffen, steht jedoch hier als PDF Download (340 MB) bereit. Mit dem Suchbegriff TransAlPedes findet man auch mehrere Videos auf Youtube. Wohl um unterwegs mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu treten, verlief die gewählte Route vergleichsweise talnahe.

25 Jahre später, also heuer im Sommer 2017, wird die Tour unter dem Projektnamen TransAlp wiederholt – dazu gibt es auch eine eigene Web– sowie Facebook-Seite.

2002

Alwin Müller
Wien – Nizza

Kurzfassung: 76 Tage unterwegs, nur vier Ruhetage. Detaillierte Informationen zur Wegführung auf der erfreulicherweise immer noch verfügbaren Tourenseite.

2004

Thomas Kunz
Wien – Menton

Kurzfassung: Auch von Thomas gibt es ein – mittlerweile in der dritten Auflage erhältliches – lesenswertes Buch mit detaillierten Angaben zur Strecke. Auch er unterhielt einen Tourenblog, auf dem auch heute noch einiges Hilfreiches zu finden ist.

2007

Rudolf Wötzel
Salzburg – Nizza

Kurzfassung: Ein ehemaliger Banker wechselt in die Schriftstellerei – alter Hut 🙂 … nein im Ernst: Der Ex-Investmentbanker nimmt auf seinem Weg über die Alpen nicht weniger als 34 Viertausender mit – und dokumentiert das in einem sehr unterhaltsam geschriebenem Erlebnisroman, bei dem man sich vom etwas esoterisch angehauchten Titel nicht abschrecken lassen sollte.

2011

Anita & Hans Thurner
Wien Kahlenbergdorf – Nizza

Kurzfassung: Nach einer umfangreichen Vortragstour gibt es die „2000 km zu Fuß“ nun auch als gelungene Mischung von Reisebericht und Bildband (Rezension).

2012

Heinz Oberrauch
Wien – Nizza

Kurzfassung: 5 Monate, 2.200 Kilometer, 162 Tage. Klingt nach Hauptkamm-Begehung des Annapurna-Besteigers, doch leider hat das Bayrische Fernsehen eine Dokumentation zu dieser Tour just während meiner Tourenvorbereitung aus der Mediathek genommen (falls die jemand zufällig hat …?).

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Exakt 60 Jahre nach Lothar Wanko stand Barbara Kraus am Eichleitenberg, um im Rahmen eines Kunstprojektes auf dem Weg nach Nizza mit möglichst vielen Menschen in Dialog zu treten. Viele ihrer Etappen wurden übrigens von Wanderfreund gtwo in die Plattform bergfex.at eingepflegt.

Projektseite: http://www.barbarakraus.at/dreamandwalkabout.htm

2014

Jörg Dulsky
Frohnleiten – Nizza

Kurzfassung: Von der Mur ans Meer – der rund fünfmonatigen Tour folgte 2014 eine Vortragstour und eine weitere Expedition auf die andere Seite der Erde. Wenn ich hier noch ein paar Bilder poste, kann ich mir gut vorstellen, dass er seine Sachen packt und ein zweites Mal losmarschiert … 🙂

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Kai Kachel (K2)
Graz – Monaco

Kurzfassung: Der bislang letzte „Thruhiker“ auf der Linie Österreich-Monaco. Seine unterwegs „live“ niedergeschriebenen Tagebucheinträge gibt es hier nachzulesen.

2016

Von Mai bis Oktober war der Oberösterreicher Peter Tobisch unterwegs, 104 Tag dauerte seine Alpenüberschreitung von Linz nach Nizza. Tourenblog: http://www.linz-nice16pe.at/

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Bald 10 Jahre ist es her, als Brigitte und Gernot Liebau von Wien aus ihre ersten Ostalpentouren unternahmen und kurzerhand beschlossen, ihren jeweiligen Sommerurlaub dafür aufzuwenden, die Tour bis nach Frankreich weiterzuspinnen. Und das auf einer komplett selbst entworfenen Route, die viel Platz für persönliche Vorlieben ließ. Fräulein A und ich haben die beiden 2010 getroffen, als sie sich gerade über den Karnischen Höhenweg durchschlugen. Im Herbst 2016 war es dann soweit, und Ventimiglia an der italienischen Riviera war erreicht. Ein seit einem Jahrzehnt sorgfältig gewarteter Tourenblog freut sich jedoch weiterhin auf seine Besucher. Projektseite: http://www.alpenfreunde.info/index.php

2017

Von April (!) bis August war Ania unterwegs – ihr täglich (!) aktualisierter Reisebereicht ist hier zu finden.

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Gerade unterwegs …

… ist vrh – er startete Anfang August 2016 ins Abenteuer Alpendurchquerung, wo er es bis Südtirol schaffte. Die Fortsetzung 2017 startete Mitte Juli auf der Landshuter Europahütte. Tourenblog: http://weitzuwandern.blogspot.co.at/

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Alex von Bergreif.de wird heuer zum zweiten Mal länger in den Alpen unterwegs sein – nach der erfolgreichen Nord-Süd-Durchquerung wird er sich die Alpen nun der Länge nach vorknöpfen.

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Whatsalp 2017 – siehe 1992 oben.

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Im Juni gestartet ist Martina – auch sie bloggt beinahe täglich von unterwegs.

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Johanna hat aktuell – Mitte August 2017 – schon fast das Meer vor Augen: Sie berichtet von unterwegs auf https://wien-nizza.jimdo.com .

 

Außer Konkurrenz – die letzten (mir bekannten) Begeher der Roten Via Alpina …

… die vom östlichen Rand der Alpen nichts zu sehen bekommen, aber dennoch alle Alpenstaaten durchqueren:

Der Biochemieprofessor Marcello Duranti startete am 11. Juni 2016 in Triest und will in diesem Jahr bis Edolo kommen (was ihm – Nachtrag – auch gelungen ist). Der zweite Teil seiner 1500 km langen Tour folgt 2017 (Webseite).

Matthieu Chambaud ging 2016 von Frankreich nach Triest, und das mit voller Filmausrüstung. Er hat, gestützt durch ein Crowdfunding-Projekt, als Erster die Durchquerung des Alpenbogens filmisch dokumentiert (Webseite).

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