KOMPASS DVD „Österreich 3D“ [Tools // Review]

Grete und die Untergrundbewegung: Unterwegs am Pasterzengletscher

24. Mai 2015 Kommentare (1) Österreich, Kärnten, Mehrtagestour, Tourtagebuch

Mittelkärntner Waldeinsamkeit (75 km, 2 1/2 Tage)

Seit langem schon schiebe ich ein Projekt vor mir her, über das wohl jeder Exilkärntner mit Wanderschuhen irgendwann nachgedacht hat: Einmal im Leben zu Fuß vom eigenen Heimatort in die Wahlheimat zu marschieren. Ursprünglich war diese Tour als Thruhike für Mai geplant, doch verschiedenste Umstände ließen die in Gedanken in herrlichsten Farben ausgemalte Zelttour ins Wasser fallen. Damit das Kind einen Namen hat, habe ich unlängst zumindest den Kärntner Abschnitt in Angriff genommen.

Ich habe nicht genau vor der Haustüre begonnen, sondern an der Einstiegsstelle eines lokalen Wanderweges. Somit habe ich davon abgesehen, es anderen Wandervögeln gleichzutun, die ihre Wohnung um mehrere Kilometer zum nächsten Teich versetzen, um dem geneigten Leser einen idüllischen Startpunkt vorzugaukeln 😉

Ich startete also im Herz der Mittelkärntner Nockberge, mit Blick auf die Gemeinde Himmelberg und das Feldkirchner Becken.

Gnesau-Friesach (1)

Von da führt ein Forstweg auf den Hausberg der Gnesauer, den Knittel (1705 m), dessen Hochplateau seinen Namen nicht zu Unrecht trägt.

Gnesau-Friesach (2)

Weiter ging’s Richtung Sirnitz. Unterwegs treffe ich auf auf einen Baum, der seine Lebenssituation durch ein wenig Individualismus deutlich verbessert hat – vorbildhaft!

Gnesau-Friesach (3)

Auch an der – überall in Sirnitz beschilderten – 1000-jährigen Lärche komme ich vorbei, wobei sich inzwischen eine Umbenennung auf „5 Jahre alter Baumstumpf“ empfehlen würde.

Gnesau-Friesach (4)

Auf einem anderen Baum habe ich Gelegenheit, die hohe Kunst der Selbstfotografie zu üben.

Gnesau-Friesach (4a)

Weiter geht’s – meist markierungslos, doch auch immer wieder für kurze Abschnitte am Hemmaweg. Freundliche Bänke, die unzählige Pilger von hinten gesehen haben …

Gnesau-Friesach (5)

… wechseln sich ab mit Fichtenwipferln, die davon künden, welchen Monat wir gerade haben.

Gnesau-Friesach (6)

Bei Deutsch Griffen gibt es auch einen oder zwei Asphaltkilometer zu bewältigen, doch der Schmerz darüber hält sich in Grenzen.

Gnesau-Friesach (7)

Sehr spannend liest sich die Geschichte von einem Wanderer, der unter widrigsten Umständen zu verdursten drohte …

Gnesau-Friesach (8)

Die arme Haut. Und das alles keine zehn Meter vom nächsten Bach entfernt.

Gnesau-Friesach (9)

In Deutsch Griffen erinnert man sich an Aldous Huxley …

Gnesau-Friesach (10)

.. und das Motto des Tages ist gefunden: Besser Soma kaufen als Komasaufen. Denn heute geht’s noch weiter nach Glödnitz, dem geplanten Ziel der ersten Tagesetappe …

Gnesau-Friesach (10a)

… welches nach 33 Kilometern erreicht ist.

Gnesau-Friesach (11)

Teil II

Am nächsten Tag stand der geheimste aller geheimen Nockberge am Programm – der Mödringberg mit seinen knapp 1700 Metern Seehöhe. Grete ist am Vorabend aus Wien eingetroffen, und weiß noch am nächsten Morgen mit Händen und Füßen von der abenteuerlichen Postbusfahrt durch den Graben der Engen Gurk zu berichten.

Heute werden wir nicht viele Busse sehen. Am Ortsrand machen wir uns auf die Suche nach einem unmarkierten Jägersteig, der einen raschen Aufstieg Richtung Gipfel verspricht …

Gnesau-Friesach (12)

… treffen jedoch später auf klare Instruktionen, die keinen Widerspruch dulden …

Gnesau-Friesach (12a)

… bevor wir uns – inzwischen regennass – unter dem mächtigen Gipfelkreuz des Mödringberges – angeblich der „höchste Fichtengipfel der Ostalpen“ in Pose werfen können.

Gnesau-Friesach (12b)

Weiter geht’s auf unmarkierten Wegen über 16 Kilometer dem Rücken des Mödringbergzuges entlang.

Gnesau-Friesach (12c)

… bevor wir an der nächsten Gemeindegrenze auf der „Prekova“ im sehr netten GH Kornberger unser Nachtlager aufschlagen.

Gnesau-Friesach (12d)

Teil III

Am nächsten Morgen ist uns das Wetter erneut wohlgesonnen …

Gnesau-Friesach (13)

… und ganz Mittelkärnten liegt uns zu Füßen.

Gnesau-Friesach (14)

Dank der schönen Aussicht bleibt der Fotoapparat gleich draussen und ich hechle wie gewohnt meiner Grete hinterher …

Gnesau-Friesach (15)

… was aber nichts macht …

Gnesau-Friesach (16)

… weil ich so immer einen hübschen Farbfleck am Bild habe.

Gnesau-Friesach (17)

Irgendwann geht jedoch auch die schönste Höhenwanderung zu Ende und wir machen uns an den Abstieg in einen der schönsten Orte Kärntens, die Burgenstadt Friesach. Am Weg nach unten dürfen wir noch einen Blick ins Metnitztal und weiter Richtung Grebenzen machen …

Gnesau-Friesach (18)

… bevor wir um die Kurve biegen und in friedlicher Absicht die älteste Stadt Kärntens einnehmen. Vorbei an mittelalterlichen Gemäuern, Marktplatz und alten Bürgerhäusern begeben wir uns zum Bahnhof und treten unsere Heimreise an.

Gnesau-Friesach (19)

Die Tour in Daten:

Gnesau (GH Seebacher) – Friesach (Bahnhof)
78 km, 2 1/2 Tage
3000 HM rauf // 3500 HM runter

One Response to Mittelkärntner Waldeinsamkeit (75 km, 2 1/2 Tage)

  1. Hildegard Marktl sagt:

    “Kennst Di aus, woaßt, wos i moan? A Berg is nix anders wia a mords Trum Stoan. Aba drob’n auf’m Gipfel, des sog i allemoi, is’ vui schena wie drunt’n im Toi!” (Hubert von Goisern, österreichischer Liedermacher und Weltmusiker, *1952)

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