Drei-vier-fünf Törl in einem Monat.

Von Salzburg nach Sopron (Teil I)

24. September 2015 Kommentare (2) 01 Nordalpenweg, Österreich, Niederösterreich, Steiermark, Weitwandern

Semmering – Rax – Schneealpe (Nordalpenweg 01, 3 Tage)

Ursprünglich wäre für diese Woche eine Tour in den Ötztaler Alpen angedacht gewesen. Doch da sich das Erlanger Haus rechtzeitig vor dem Wettersturz in die Winterpause verabschiedet hat, machte ich es mir drei Tage lang unter der magischen 2000er Grenze gemütlich.

Pünktlich um 5:55 verließ der Railjet mit mir an Bord den Wiener Hauptbahnhof. Zwei Regionalzüge später befand ich mich am Bahnhof Semmering, wo die erste größtenteils steirische Etappe des Nordalpenweges ihren Ausgang nimmt.

Das Pinkenkogelhaus, etwa eine Stunde vom Bahnhof entfernt, ist zwar eine Ganzjahreshütte, allerdings mit zwei Ruhetagen (Mo, Di). Da das Besondere – also ein Hirter Bier an der NÖ/STMK Grenze – selten genug ist, wird sich ein neuerlicher Besuch wohl nicht vermeiden lassen. Sehr dankbar war ich der freundlichen Seele, die mir trotz Ruhetag meinen Wasserbeutel auffüllte.

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Der Weg vom Pinkenkogel auf die Kampalpe verläuft ausschließlich durch schönen Wald und ohne große Höhenunterschiede. Beim Kreuz, welches einige hundert Meter vor dem höchsten Punkt der Kampalpe aufgestellt wurde, liegt einem dann plötzlich das gesamte Mürztal zu Füßen …

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… wovon sich auch Karl-Friedrich sichtlich begeistert zeigte:

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Weiter durch ebenfalls sehr gefälligen Mischwald gelangt man zum unscheinbaren Trattenkogel samt seiner zahlreichen anderen Schreibweisen.

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Die Steine am „Gipfel“ dienen Mensch und Tier als Rastplatz.

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Am Weg zum Preiner Gscheid gibt es zum ersten Mal nach vielen Stunden kaltes klares Wasser:

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Die Beschilderung entlang des Weges folgt einem recht einheitlichen Design.

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Nach einigen gemütlichen Wald-Wanderstunden trete ich wieder ans Licht – und siehe da, das Tagesziel ist ja doch ein ordentliches Stück nähergerückt. Das Karl-Ludwig-Haus ist hier zwischen zwei Fichtenzweigen als winzig kleiner Punkt zu erkennen …

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Doch vorher geht’s noch zum netten Waxriegelhaus, 10 Minuten geht man da noch leicht – wenn nicht sogar mehr!

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Über den beinahe kinderwagengerechten Schlangenweg schraube ich mich dann die letzten Meter zum KL-Haus hinauf, wo ich mir mit zwei Tagesausflüglern das Lager teile.

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Der nächste Morgen beginnt vielversprechend …

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… und so geht es gleich nach dem Frühstück auf die Heukuppe, wo ich trotz der frühen Stunde alles andere als allein war. Zuerst war’s nur einer, der sich mit mir kurz über die 2000er Grenze hinausbegab …

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… doch wo der herkam, gab’s noch mehr. Der Gupf heißt also nicht zu Unrecht „Gamseck“.

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Den Blick zu Veitsch und Hochschwab im Hintergrund teile ich mir mit „des jausnenden Wanderers besten Freund“.

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Die Aussicht Richtung Ameisbühel gehörte dann aber wieder den Hausherren.

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Der Gedanke, den Gamsecksteig ungesichert im Abstieg zu gehen, bereitete mir keine Glücksgefühle, also entschied ich mich für den Altenberger Steig, der aus irgendwelchen Gründen ebenfalls als „schwarze Route“ markiert ist, jedoch keinerlei Schwierigkeiten aufweist. Ist die unbewirtschaftete Karreralm erreicht …

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… steht wie am Vortag ein längerer Waldspaziergang ins Haus: Der Schutzsteig ist ein angenehmer, etwa 6 km langer Verbindungsweg zwischen GH Moassa (Mo-Mi RT!) und Nasskamm. Vom Nasskamm geht’s dann sehr steil, jedoch unschwierig Richtung Lurgbauer weiter. Im folgenden Bild ist der Großteil dieses Tourentages zu sehen – begonnen wird rechts oben hinter der Heukuppe,  dann gehts kurz rechts aus dem Bild hinaus und durch den Wald nach links bis zum Sattel rechts der Bildmitte. Der Aufstieg am Nasskamm erfolgt – auch wenn es hier nicht so aussieht, hauptsächlich auf Steilwiesen.

PTXM6608 (Large)Beim Lurgbauer – der ersten Einkehrmöglichkeit des Tages – gab’s dann endlich was für die Seele. Den Almkäse kenne ich schon von meinem letzten Besuch, also wird’s auch diesmal wieder eine Auswahl aus der Sennerei.

lurgVom Lurgbauer ging’s dann bei bereits mäßig tollem Wetter noch am Plateau zum Schneealpenhaus – für mich eines der nettesten Schutzhäuser der Steiermark. Einem geselligen Abend mit Einheimischen folgte eine ruhige Nacht im Bettenlager, das ich heute erfreulicherweise mit niemanden teilen musste. Habe ich schon erwähnt, dass meine zwei Zimmerkollegen im Karl-Ludwig-Haus um 11 Uhr beschlossen haben, eine mitgebrachte Flasche Wein zu köpfen und ein wenig Karten zu spielen?

Der nächste Morgen begann stimmungsvoll, doch schon vor dem Frühstück war klar, dass die angekündigte Prognose eines Tiefdruckeinfalles wohl nicht aus der Luft gegriffen war.

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Um halb 9 stand ich am Windberg bereits in dichtem Nebel, welcher sich auch bis zum Ende der Tour nicht mehr verziehen wollte. Über mehrere Stunden betrug die Sicht nur wenige Meter, und ich war froh, dass dieser Abschnitt offenbar vor nicht allzulanger Zeit neu markiert wurde, sodass Orientierungsunsicherheiten die Ausnahme blieben.

PTXM6620 (Large)Die paar Nebelbilder bis zum Ende der Tour in Krampen erspare ich Euch deshalb.

Länge: ca. 58 km
Gehzeit: 23 Std.
Aufstieg: ca. 3000 HM

2 Responses to Semmering – Rax – Schneealpe (Nordalpenweg 01, 3 Tage)

  1. Gert sagt:

    Sehr fesch! Jetzt legst mir auch am 01er vor – sowohl die Strecke als auch die tollen Berichte angehend. 🙂

  2. Gernot sagt:

    Ein schöner Bericht, der mich sehr an den Anfang unhserer Alpen-Längsdurchquerung erinnert, als wir auch auf der Schneealpe waren.
    Gernot

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