Written by 21:53 05 Nord-Süd-Weg, Österreich, Mehrtagestour, Steiermark, Tourtagebuch • 3 Comments

Hochschwab querdurch

Hochschwabgebirge West-Ost, 41 km, 1 1/2 Tage

1. Tag: 26 km, 1750 hm (Präbichl – Schiestlhaus)

2. Tag: 15 km, 750 hm (Schiestlhaus – Aflenzer Bürgeralm)

Meine nun bereits dritte Hochschwab-Durchquerung begann gewissermaßen in Kärnten, denn die dreistündige Anfahrt erforderte ein, mir meist äußerst unangenehm aufstoßendes, frühes Aufstehen – smeki-peristaltik sozusagen.
Der Start am Präbichl erfolgte daher auch nicht allzufrüh, auch wenn dieses Bild einen gegenteiligen Eindruck erwecken sollte.

Nach Leobner Hütte und Hirscheggsattel waren die ersten 500 Höhenmeter raufgespult, und eine endlose Abfolge an Ab- und Aufstiegen begann, die sich am Abend (inklusive zweier unnediger Verhatscher) auf 1800 hm hinaufsummieren sollte, bei gleichzeitig ca. 700 HM im Abstieg.

Sensationelle alte Almwege wechselten sich mit rustikalen Versorgungsstraßen ab, die noch nie einen Harvester erdulden mussten.

Begleitet von guter Laune und ebensolchem Wetter war dann irgendwann die Kulmalm erreicht, der erste kurze Pausenplatz. Freche Dohlen hier und dort.

Unterhalb der Steilhänge des Kulmsteines plätschert der Weg – stets dem ersten Österreichischen Weitwanderweg, dem “Nord-Süd-Weg”, folgend, zur Hörndlalm …

… wo, wie auf der gesamten Strecke sowieso, der Frühsommer das Zepter übernommen hat.

Gerade als sich der kleine Hunger zu rühren begann, warf sich mir die Sonnschienhütte samt netter Wirtin in den Weg, es gab Erdäpfelgulasch mit Spätzle, dazu Bier – das Leben kann so schön sein.

An einer fast vergessenen, doch von der Gesellschaft Voisthaler in Ehren gehaltenen Bezeichnung für Schambehaarung vorbei …

… geht’s auf weiterhin genialer Wegführung …

zur der – von der Donaustädter SPÖ jüngst in Erinnerung gerufenen – Häuslalm …

… und letztendlich, nach rund 9 Stunden, auf den Gebirgsgruppenhöchsten.

Am 2270 m hohen Hochschwab wäre “die Frisur hält” eine glatte Lüge …

… es ist 19 h abends und es ändert sich – wie man es vom Hochschwab immer wieder hört …

… innerhalb weniger Minuten die Großwetterlage, und ich bin froh, dass es nimmer weit zu meinem heutigen Quartiergeber ist. Nach einigen Jahren Pause kann/darf ich wiedermal am Schiestlhaus übernachten, einem (meiner bescheidenen Meinung nach) perfekt geführten Schutzhaus: Superangenehme Atmosphäre, voll nette Crew .. und es passt einfach alles. Vom Gipfel aus sieht man es (gelegentlich):

Am nächsten Morgen geht es in einer guten Stunde hinunter zur nicht minder super geführten, neuen Voisthaler Hütte. Die beiden Chefinnen sind überzeugend sympathisch, sodass zwei Stunden Kaffeetrinken unvermeidbar waren. Der Gerechtigkeit halber ist’s wieder a bisale a Suchbild:

Nundenn, irgendwann musste es weitergehen, immerhin will mein beruflicher Alltag mich noch vor Abend vorm Computer sehen. Also geht es über den Fölzsattel hinunter …. nein EBEN NICHT … da hab ich übersehen, dass es Richtung geplantem Endpunkt noch einmal ordentlich bergauf geht.

Doch schon bald war klar, dass ich keinen einzigen Aufstiegsmeter zu bereuen habe, es wird lässiger und lässiger. Und lässiger!

Die zahlreichen Serpentinen hinauf zum knapp 2000 m hohen Zlacken brachten es mit sich, dass man auch immer wieder ein Stück des Vortages im Visier hat, so wie hier der Rückblick zum Schwaben.

Andere Richtung Dullwitz & Seewiesen …

… und geradeaus stellenweise nord-norwegische Fjell-Stimmung.

Habe ich schon erwähnt, dass die Jahreszeit nicht besser gewählt hätte sein können? Ich habe im übrigen mit Ausnahme der bewirtschafteten Hütten bis kurz vor der Bürgeralm 1,5 Tage lang keinen Menschen getroffen da oben.

Tja, da ist sie auch schon … die letzten Kilometer Richtung Bürgeralm liegen vor mir. Doch dort ist mein von Anfang an fixierter Endpunkt …

… und so ist das nunmal, wer Aflenz sagt, muss auch Bürgeralm sagen.

Mit Bus und ein bisserl Zug finde ich mich zwei Stunden ab Aflenz bei meinem Auto am Präbichl wieder. Das funktionert wochentags stündlich, am Wochenende 2stündlich.

Danke für die Aufmerksamkeit!

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Last modified: 1. August 2022
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