Written by 20:59 03 Südalpenweg, Österreich, Kärnten • 6 Comments

Weitwander-Saisoneröffnung am Südalpenweg 03

Thörl-Maglern bis Rosenbach (62 km, 2 1/2 Tage)
Drei völlig einsame Tourentage Mitte März

Mit Übernachtungsmöglichkeiten sieht es am Karawankenkamm um diese Jahreszeit noch eher mau aus. Überhaupt werde ich unterwegs nur Gämsen treffen und nur einmal Fußspuren sehen.
Ich muss also jeden Tag ins Tal – und auch die Reihenfolge der Teilstücke anpassen …

… weshalb ich am Freitag beim Alpengasthof Baumgartnerhof (öffnet Ende März wieder) gestartet bin. Durch Wald und einige Weiden geht’s bergauf & bergab & hinüber zum Martinihof.

Bei Illitsch-Rauth wird’s dann langsam typisch karawanken-geröllig …

… was aber aufgrund des Altschnees ab ca. 1400 m Seehöhe in die Kategorie “interessant, aber wurscht” fällt. Hier sind sie übrigens, die einzigen Fußspuren an diesem Wochenende:

Auf der Terrasse der Bertahütte gibt es ein schneefreies Plätzchen für die Mittagspause mit Mittagskogelblick:

Kaum zu glauben, aber am Bankerl inmitten der Schneeberge hatte es 22 Grad!

Deutlich mehr Auflage gab es dann beim Abstieg … ohne Schneeschuhe war’s zwar stellenweise ein bisserl lästig, aber es ging schon irgendwie auch ohne.

Auch auf dieser Bergseite ist unter 1400 hm bereits der Frühling eingezogen und man kann sehen, dass die Erosion auch im diesjährigen Winter wieder ganze Arbeit geleistet hat – der Weg muss hier jedes Jahr aufs Neue saniert werden.

Der untere Gratschenitzengraben hat den Winter allerdings einigermaßen unbeschadet überstanden (oder die Straße wurde bereits neu trassiert). Jedenfalls kann man auf dem weichen Sandweg ganz angenehm runterstapfen.

Ich erreiche nach 10 Stunden den Bahnhof Rosenbach und kann mich über einen sehr abwechslungsreichen Tourentag freuen, der heuer bereits ohne Schneeschuhe machbar war.
Tag 1: 24 km, 1100 hm (mit Verhauer dank suboptimaler Markierung zwischen Martinihof und Bertahütte – habe hier inzwischen auch OSM-Korrekturen gemacht).

Tag zwei beginnt am Wurzenpass. Vor dem Start habe ich noch überlegt, die Schneeschuhe in Anbetracht der Bedingungen am Vortag daheim zu lassen … aber nein, better save than sorry, im schlimmsten Fall zah’ ich sie halt umsonst mit, dachte ich mir.
Schon bald aber war ich seehr seehr froh über diese Entscheidung …

… denn bereits auf dem halben Weg Richtung Steinberg-Gipfel lagen mehr als 30 cm Schnee am Weg … und am Gipfel war’s bereits das doppelte.

Ich werde die Schneeschuhe erst am späten Nachmittag, nach rund 6 Stunden, wieder auf den Rucksack hängen können. Die Aufgabe am Vormittag war damit, erst einmal zur Korpitscher Alm zu stapfen, wo es einen immer offenen Aufenthaltsraum gibt.

Für mich perfekt gelegen für die Mittagspause – es war überhaupt die erste sinnvolle Sitzmöglichkeit an diesem Tag – und das gleich mit diesem Ausblick Richtung Dobratsch!

Es geht nun auf Villach zu – bei weiterhin großartiger Aussicht. Eigentlich liegt nur am Weg selbst viel Schnee – die steilen Flanken über und unter mir sind größtenteils schneefrei. Bringt mir aber nix, denn abseits des Weges ist das Gelände viel zu steil und daher nicht begehbar.

In der zweiten Nachmittagshälfte erreiche ich dann bei immer gleichbleibender Schneeauflage die Goritschacher Alm. Zwei Stunden im Sommer sind derzeit vier Stunden lang – bei am Nachmittag ständig patziger und weicher werdendem Schnee.

Etwa dort, wo man zum Mallestiger Mittagskogel aufsteigt, kann ich dann am Weg hinunter den Schnee endlich hinter mir lassen.

Ein Wanderschild vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein ist die Belohnung für die Müh’ – wann bekommt man denn schon einen Wegweiser zu sehen, der mindestens 85 Jahre alt ist?
(–> den DuÖAV gab es bis 1938)

Der Brunnen bei der Urschitzhütte gesteht mir seine Labe …

Auf einer Lichtung ein paar Meter weiter drunter sehe ich nochmals auf Villach runter. Würde mir diese Hütte gehören, würde es sich das ganze Jahr über nie auszahlen, die Balken zu verriegeln.

Etwa eine Stunde trennen mich nun noch vom Baumgartnerhof – mein letztes Zwischenziel, der Zwanzgerhof oberhalb der Burgruine Finkenstein, ist bereits im Blickfeld.
Tag 2: 25 km, 1200 hm.

Den dritten Happen der “Durchquerung Karawanken West” starte ich wiederum aus Gründen der einfacheren Erreichbarkeit im Tal bei Seltschach. Dass ich heute nicht aufs Dreiländereck komme, ist nicht so tragisch – das 3LE ist ein super Winter-Trainingsberg, da man hier sehr nett zu Tourengehern ist und ich immer wieder raufkomme.

An kleineren und größeren Bergen vorbei geht bis kurz vor Thörl, dem hochoffiziellen Ende der Karawankenkette.

Kurz vor Erreichen des Ortes schwenke ich links in den Südalpenweg ein …

… und zwar wieder mit Schneeschuhen am Rücken. Diesmal aber umsonst. Rund 600 Höhenmeter geht es nun rauf Richtung Dreiländereck – das Wetter verbreitet gute Laune und sorgt für strahlende Gesichter:

Mittagspause mache ich diesmal beim unbekanntesten Gipfel den’s gibt, obwohl er der erste oder letzte Gipfel der Karawankengruppe ist – für mich ist der 1310 m hohe Homitsch – am Bild das “Gipfelplateau” – der Abschluss dieses Tourenwochenendes …

… bevor es über die Abfahrt der Dreiländereckpiste wieder retour Richtung Seltschach ging.

Schnee war auch auf der Piste bald kein Thema mehr …

… und ich konnte auf den letzten Metern darüber freuen, mit dieser Etappe – dem letzten Puzzlestein – zum zweiten Mal den Südalpenweg 03 in seiner ganzen Länge (insg. rund 500 km von Radkersburg bis Sillian) absolviert zu haben.
Tag 3: 13 km, ca. 600 hm

Zum Abschluss ein dickes DANKE an die zwei Golden Girls fürs zweimalige Abholen vom Baumgartnerhof!

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Last modified: 20. März 2024
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