Salzburger Landesrundwanderweg (“Arnoweg”) – Tag 05

Knappenzimmer im Zinkwandstollen

Salzburger Landesrundwanderweg (“Arnoweg”) – Etappe 04

28. Juli 2021 Kommentare (0) Österreich, Salzburg, Tourtagebuch

Salzburger Landesrundwanderweg (“Arnoweg”) – Etappen 01 – 03

Nach der Frühjahrstour im Norden (eine Woche) stehen nun die alpinen Etappen auf dem Programm.

Etappe 01: Ramingstein – Tamsweg

Ramingstein (974 m) – Keusching – Tamsweg (1020 m)

Meine Wanderung durch die Gebirgsgruppen Salzburgs beginnt in jenem Tal, in dem die Lungauer Nockberge mit den Niederen Tauern zusammentreffen. Am Anreisetag blieb noch Zeit für eine 3stündige Tour. Der Arnoweg verlässt Ramingstein entlang der Mur Richtung Thomatal, wo man rechts zu den Bergbauernhöfen auf der Keusching abzweigt. Eine kaum befahrene, jedoch leider dennoch durchgehend asphaltierte Alternative zur B95.
Hier ein Rückblick zum Startpunkt – ganz klein lässt sich mitten im rechten Waldberg die Burg Finstergrün oberhalb von Ramingstein erkennen.

Etappe 02: Tamsweg – Hintergöriach

Tamsweg (1020 m) – Lessach – Gumma (2316 m) – Hintergöriach (1230 m)

Am nächsten Tag geht es durch die Vororte von Tamsweg ….

… Richtung Niedere Tauern weiter. Die für den Nachmittag angekündigte erhöhte Gewitterneigung gemahnt zur Eile. Dank der sehr freundlichen Crew im Hotel Kandolf bin ich um 7 h schon mit dem Frühstück fertig und kann – vorbei an schönen Bauernhäusern – den ersten Lungauer Grashügel anvisieren – namentlich den 2316 m hohen Gumma.

Noch befinde ich mich jedoch erst auf 1020 Metern – soviel bringt Tamsweg auf die Waage. Nördlich der Bezirkshauptstadt schickt man mich zum Aufwärmen zur Burgruine Thurnschall, wo dem Vernehmen nach das Thurnschallweibel auf mich wartet. Daraus wurde jedoch leider nichts – es war wohl der frühen Stunde geschuldet, dass es soweit kommen konnte, dass ich vom holden Burgfräulein versetzt werde.

Weiter geht’s Richtung Lessach. Mehrere Rindviecher spielen Verstecken mit mir und die Zeit verfliegt.

Zach wird’s dann oberhalb von Lessach – ein weiterer Asphalthatscher entlang der Hüttenzufahrt zum Parkplatz der Wildbachhütte lässt das T-Shirt auf ein Vielfaches seines Ursprungsgewichtes anschwellen. Nach etwa vier Stunden ab Tamsweg war dann – bei geschätzten 30 Grad – die Wildbachhütte erreicht und ich bekomme viel Saft und eine vielfältige Käseplatte.

Von der Hütte zum Gipfel sind es insgesamt ca. 500 hm, die ich – nun durch die Hitze schon etwas gezeichnet – auch noch mutig abdiene. Nach der letzten Kuppe werde ich mit dieser großartigen Aussicht auf den Gumma-Gipfel sowie die fotogene Kreuzhöhe belohnt.

Im Osten wirft sich die Golzhöhe ins Bild – ohne sie würde man den direkt dahinterliegenden, gesamten Preberzug sehen.

Hinunter geht’s am Aufstiegsweg, und damit quer durch die “stein”-zeitliche Lawinenverbauung. Im folgenden Gediese dahinter die heutige Tagestour, beginnend in Tamsweg hinten links, über den Waldberg in der linken Bildmitte und dann halt immer auffi:

Morgen geht’s in die Schladminger!!

Etappe 03: Hintergöriach – Keinprechthütte

Hintergöriach (1200 m) – Landawirseehütte – Trockenbrotscharte (2237 m) Keinprechthütte (1872 m)

Von Hintergöriach nördlich von Tamsweg geht es erstmal 2 meditative Stunden bei sanftem Wassergeplänkel ins Hintertal hinein. Dort ist heute Almfest und schon um 10 h morgens kündigt sich ein heftiges Humtata an.
Ich ziehe ganz schneidig an den Autos vorbei, die bis zu den Hütten vorgefahren sind, sodass keine Postkarte mehr zwischen Auto und Hütte Platz hat.


Am hinteren Ende des Hüttendorfes war ich schlagartig wieder alleine … … but you never walk alone …

… auch wenn es die ganze Strecke rauf in den namenlosen Kessel so aussieht, also dort, wo sich die Wege treffen, die Gollinghütte, Landawirseehütte und das Hüttendorf verbinden.

Die Landawirseehütte und die benachbarte Keinprechthütte sind extrem gut gelegen für alle, die weitwandernd durch die Schladminger Tauern ziehen. Je nachdem, wie schnell man unterwegs sein will, hat man durch die ca. 2 Std. voneinander entfernten Hütten ein wenig Wahlfreiheit bei der Etappenlänge.

Wenn ich das nächste Mal zur Landawirseehütte komme, nehme ich FIX ein Fernglas mit – von hier aus sieht man – laut Karte! – nämlich beinahe den ganzen Aufstiegsweg auf den Hochgolling. Mir ist es ohne Fernglas eine Stunde lang nicht gelungen, ihn auch nur ansatzweise auszumachen … 🙂

Nächste Herausforderung: Mit einer Portion Kasnocken intus zur Trockenbrotscharte aufzusteigen. Challenge accepted! Hier der letzte Rückblick in das Tal, das wohl irgendwas mit Göriach heißt, war doch ebendieser Bach heute Vormittag mein Wegbegleiter (also abgesehen von der respektablen und erstaunlich flotten Spinne früher).

Blickrichtung Schladming – es steht wiedermal mächtig’ viel Gebirg’ im Weg.

Der Tauernhöhenweg führt von unterhalb des Schuttkares (wo sich links darunter ganz klein die Preintaler Hütte versteckt) gegen den Uhrzeigersinn über das Kar rauf und zieht über die Krukeckscharte (die rechts im Bild) Richtung Giglachseen weiter.

Vor alldem jedoch ist der Wanderer gezwungen, in der Pietrach-Nordflanke durch karges, trostloses Ödland zu ziehen …

… bevor er – zwischen Zirbenboden und Knappenkar – bei Fischi, dem langjährigen Hausherren der Keinprechthütte, um ein Bier anklopfen darf.

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