Written by 19:25 02 Zentralalpenweg, Österreich, Salzburg, Tourtagebuch, Weitwandern • 3 Comments

Salzburger Landesrundwanderweg (“Arnoweg”) – Etappe 04

Knappenzimmer im Zinkwandstollen

Was für ein Tag!!!

Etappe 04: Keinprechthütte (1872 m) – Zinkwand (ca. 2300 m) – Keinprechthütte (1872 m) – Rotmandlspitze (2452 m) – Giglachseen (1980 m) – Akarscharte (2315 m) – Seekarscharte – Obertauern (1738 m).

21 km, 1700 hm, 10 Std. (mit Zinkwandstollen)

Gleich nach dem Frühstück ging’s von der freundlichen Keinprechthütte hinauf ins Knappenkar. Der heutige Tag wird zwar ohnehin lang, aber ich wollte die Chance nicht auslassen, den Zinkwandstollen zu besichtigen.

Nach ziemlich genau einer Stunde stand ich also da oben am Fuße des Gipfelaufbaues jenes Berges, in dem dereinst so gut wie alles, aber niemals Zink abgebaut wurde. Zinkwand heißt die Kante wegen ihrer Form, nicht wegen dem Inhalt.
Der Schlitz hier führt dennoch in ein faszinierendes Berg-Innenleben …

… das ich – ausgerüstet mit einer Stirnlampe (ohne der geht gar nix) – anfangs im Entengang, später jedoch ganz normal begehen konnte. Erste Station: Das Knappenzimmer am gegenüberliegenden Ende des Stollens. Das Foto mache ich vom “Balkon” in der Westwand aus, unter dem es holladio runtergeht.

Der Stollen hat auch andere Aussichtsfenster zu bieten – es ist gerademal 9 h morgens und ich bin von dieser Etappe schon restlos begeistert!

Vom westlichen Ausgang des Stollens kann man zu den Knappenseen absteigen. Ich bin kein Kletterer, und mir bereitet das ungesicherte Rumhängen in einer Felswand keinen Genuss, weshalb … ich nolens volens wieder zum Ausgang auf der Ostseite zurückrobbe.

Es geht wieder runter zur Keinprechthütte, Kuchen, Saft, das übliche. Zweiter Aufstieg: Hinauf in die (hier im Rückblick) Krukeckscharte geht es auf bekannten Wegen …

.. den Blick hinunter zu den Knappenseen bekomme ich trotzdem noch – halt von der andren Seite. Hinten rechts die Giglachseen.

Noch befinden wir uns im zentralalpinen Urgestein, wie die Flechten verraten, die es auf Kalkstein nicht gibt …

… doch beim Blick hinunter zu den Giglachseen zeigt sich bereits die zweite geologische Großartigkeit des heutigen Tages: Das “grüne” Zentralalpenmassiv geht – verlaufend in Bildrichtung links – bald nach dem See in “graues” Kalkgebirge über.

Selbst ich als geologisches Nackerbatzerl kann bestätigen, dass am Weg hinauf zur Akerscharte der Boden nun irgendwie anders ist als bisher …

… und Bergnamen wie “Steirische Kalkspitze” (hier im Bild) – tragen zum geologischen Erkenntnisgewinn bei.

Hier endet dieser Bericht. Es ging zwar noch 3 Stunden weiter, doch ein Gewitter und der nun doch schon lange Tag ließen die Freude am Fotografieren in den Hintergrund rücken.

Nach dem Start um Punkt 08:00 morgens erreichte ich das DAV-Haus in Obertauern ziemlich genau um 20:00. 10 Stunden Gehzeit und 2 Stunden Gewitter aussitzen in der sehr lässigen Oberhütte am Obersee.

Freund Martin und Freundin Carolin – mit den beiden bin ich heute zur Kalorienaufnahme verabredet – haben mir ein Cordon Bleue samt Salat sowie das beruhigende Gefühl, dass ich noch Bier bekomme, organisiert. Der Herrgott soll’s Euch mit … !

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Schlagwörter: Last modified: 14. Februar 2022
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