Written by 15:59 Österreich, Kärnten, Mehrtagestour • 2 Comments

Kreuzeck-Höhenweg, Etappen I & II

1. Tag: Bhf Sachsenburg-Möllbrücke – Salzkofelhaus (1450 hm, 5 1/2 Std).
2. Tag: Salzkofelhaus – Orterhütte (1300 hm, 10 Std.)

Im Westen Kärntens gibt es drei mehr oder weniger bekannte Mehrtagestouren, die ich so voneinander abgrenzen würde:
1. Karnischer Höhenweg: Große Hütten, ergo großes Fassungsvermögen für Mehrtageswanderer
2. Gailtaler Höhenweg: Keine Hütten, ergo eher was für Individualisten
3. Kreuzeck-Höhenweg (ab nun: KrHW) ist die “Goldene Mitte”: Gut verteilte Schutzhütten, jedoch mit überschaubarer Kapazität.
Der KrHW ist aus mir unbekannten Gründen in Deutschland weitaus bekannter als bei uns. Das könnte damit zu tun haben, dass er sich auch bei weiterer Anreise in einer Urlaubswoche sehr gut unterbringen lässt:
– Die 5 Etappen lassen Platz für An- und Abreise
– Die Etappen sind nicht superlang
– Am Anreisetag ist mithilfe der Kreuzeckbahn bereits die erste Hüttenübernachtung drinnen.

Bei einer Anfahrt von gerademal einer Stunde spuck’ ich auf die Seilbahn und nehme ab den Weg der Erstbesteiger, der ein paar Meter neben dem Bahnhof Möllbrücke-Sachsenburg (550 m) seinen Ausgang nimmt …

… und zuerst mal rauf in die Rotte Niggl führt. Von dort braucht man sich dann nur mehr 1100 Höhenmeter schönreden.

Viele Leute dürften sich nicht für diesen Zustieg entscheiden, denn für einen vollen Schwammerlkorb bräuchte man den Weg unterwegs nicht zu verlassen.

Egal, wo man rastet, überall sprießt es gelb zwischen den Bäumen hervor.

Der Aufstiegsweg verläuft exakt entlang der Wasserscheide zwischen Möll- und Drautal. Hier der Blick nach rechts hinunter zum Mühldorfer Staubecken

… und andererseits die Drauschlinge bei Sachsenburg.

Auf der Premersdorfer Alm atmet man bereits 1800er Luft ….

… weshalb das restliche Stück zur Salzkofelhütte …

… vergleichsweise gemütlich ausklingt.

Auf der sympathisch geführten Salzkofelhütte lerne ich meine Kampfgefährten für die nächsten Tage kennen – denn der Kreuzeck-Höhenweg wird fast von allen in Ost-West-Richtung begangen, und viele Varianten gibt es nicht. Es ist eine überwiegend bayerische Gesellschaft, die sich heute hier zusammengefunden hat, da Bayern das einzige deutsche Bundesland ist, wo der 15. August auch ein Feiertag ist –> das ergibt heuer ein verlängertes Wochenende mit Fenstertag.

Ich starte am nächsten Morgen vor allen anderen, da ich die Etappe etwas verlängere: Freund Wolfi urlaubt in der Kreuzeckgruppe und winkt mit kaltem Bier über den Bergkamm.
Erste Aufgabe des Tages: Durch die Scharte in der Mitte durchmarschieren.

Es zeichnet sich ein weiterer Traumtag ab …

… und ich genieße diese unglaubliche Stille da heroben. Es ist null los, windstill, ….

… nebst unpackbarer Fernsicht – hier zurück auf die letzten 1 1/2 Stunden nach Querung der Goldgrubenscharte, 2448 m (rechte Bildhälfte, links vom Kleinen Kreuzeck).

Höchster Punkt für heute ist die Annaruhe, 2508 m, mit großartiger Aussicht nach überall, hier Richtung Tauernkamm. Hochalm, Ankogel, Säuleck sieht man praktisch immer – morgen wird dann auch noch der Glockner zu den ständigen Begleitern dazukommen.

Blickrichtung Westen. Kaum zu glauben, doch die angep(f)eilte Feldnerhütte ist nur mehr knappe 2 Stunden entfernt.

In praktisch jeder Tourenbeschreibung zum KrHW steht der etwas abgewohnte Stehsatz “Genug Wasser mitnehmen”. Warum eigentlich? Die Kreuzeckgruppe wurde flächendeckend aus kaum porösen Urgestein errichtet – es gibt hier 1000e Seen und Bäche, und es vergeht kaum eine Stunde von einer Wasserstelle zur nächsten. Also bitte ned immer jeden Bledsinn von Tourenbericht zu Tourenbericht weiterkopieren – und das Erste Hilfe Packerl nicht vergessen!

Kurz vor der Feldnerhütte wird noch die wunderschön gelegene Bratleitenalm durchquert – eine von mehreren bewirtschafteten, funzikleinen “eine Tür – ein Fenster” Sennhütten entlang des Weges.

Auf der Feldnerhütte (Bildmitte, hier bereits im Rückblick) bekomme ich von Bruno und seinem netten Team Radler und Brettljause zur Stärkung für den verbleibenden Weg. 6 Stunden liegen hinter mir – weitere 4 Stunden sollten noch folgen …

… da die von mir angepeilte direkte Verbindung zu Wolfis Hütte aufgrund von Unwetterschäden seit einigen Sommern gesperrt ist. Wusste ich nicht, also Strafverschärfung durch 2 Stunden Forstweghatsch am Tagesende.
EGAL!! Die erste Hälfte des Höhenweges ist geschlagen und ich darf vorausschicken, dass die zweite Hälfte zumindest gleich großartig wird.

Hier die Übersicht über den gesamten Weg (c) alpenvereinaktiv.com. Dieser mein erster Abschnitt reicht von rechts bis zur kleinen Spitze rechts unterm Hochkreuz in der Bildmitte:

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Schlagwörter: , Last modified: 19. August 2023
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