Written by 19:53 10 Rupertiweg, Österreich, Kärnten, Salzburg, Tourtagebuch, Weitwandern

Rupertiweg, Etappen 08, 09 & 10: Über den Tauernpass

Mallnitz – Hagener Hütte – Sportgastein – Bad Hofgastein – Rauris

Ich hab nur zwei Wochen Urlaub, da bleibt nicht viel Zeit für Knieprobleme. Zwei Tage ABSOLUTE Ruhe, dann aber flugs auf nach Mallnitz – es geht weiter!

Zum alten Tauernpass muss man, wie Skitourengeher wissen, zuerst einmal durchs Tauerntal rauf …

… bis man dann irgendwann oberhalb der Jamnighütte in die Hochalm hineinsieht, wo auch ich wie jeder zweite hier in die Falle getappt bin, das silberne Blinken in der Scharte geradeaus zur Hagener Hütte zu machen (sieht man am Foto nicht wirklich). Aber schon bald ist klar, dass sich das nicht ausgeht, und dass das das Weißgerber-Biwak sein muss. Für Alpenkamm-Überquerer geht es zur Scharte rechts …

… und in gut zwei Stunden rauf zur Kärntnerisch-Salzburger Landesgrenze bei der Hagener Hütte. Taugt ma, dass ich nach etlichen Jahren wiedermal hier sein kann.

Acht Tage hat diese Durchquerung Kärntens damit gedauert – übrigens meine neunte Landesdurchquerung von Grenze zu Grenze:

2 x Eisenwurzenweg (Saualm – Hochobir – Seebergsattel)
2 x Südalpenweg (Karawanken – Karnischer HW – Sillian)
2 x Rupertiweg (der hier – einmal Nord-Süd, einmal Süd-Nord)
2 x Salzsteigweg (Dreiländereck – Flattnitz, einmal Nord-Süd, einmal Süd-Nord)
1 x Kärntner Grenzweg (Lienz – Nockberge – Pack)

Meine Heimat verabschiedet sich mit einem stimmungsvollen Blick auf den Tauernhöhenweg Richtung Ankogel.

Déjà vu: Die ersten Kilometer in Salzburg führen – wie zu Beginn der Tour – erstmal durchs Nassfeld. Diesmal ist damit der Almboden am Rande des Skigebiets Sportgastein benannt.

Am Ende des Hochtals steht eine der ältesten Schutzhütten der Gegend, das Valeriehaus. Die Hütte ist in den letzten Jahren mit viel Liebe zum Detail revitalisiert worden und bietet mittlerweile auch wieder Betten für müde Wanderer an. Empfehlung!

Am nächsten Morgen geht es gut ausgeruht weiter Richtung Bockhartsee – nach einem kurzen Regenguß das – nomen est omen – Nassfeld im Rückblick.

Auf der Miesbichlscharte gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen beim Übertritt ins Gasteinertal.

Ich darf durch. Am Weg hinunter zur Schattbachalm ist sogar in Stein gemeißelt, dass ich immer noch am rechten Weg bin (–> “Österreichischer Weitwanderweg Nummer 10 = Rupertiweg)

Nach der Schattbachalm (Bier im Brunnen – Heiligsprechung!) geht es noch laaange drei Stunden runter durchs Angertal …

… auf Bad Hofgastein zu, wo ich gleich beim ersten Haus, das mir gefällt, um ein Zimmer anklopfe.

Am nächsten Morgen bekomme ich bereits im Ortszentrum die Richtung zu meinem wichtigsten Tagesziel angezeigt – der Seebachscharte, die nichtmal 16 Kilometer und rund 1100 Höhenmeter weg ist.

Also Kopfhörer rein und zuerst mal den Asphaltteil abspulen, der mich zum schönen Grabnerhof hinaufleitet. Von hier sind’s gleich nur mehr 900 hm.

Auf rund 1700 m wartet die einsame Walchalm auf mich – privat, doch man darf sich reinsetzen …

… und wenn man möchte auch im Sanitärbereich.

Der Ausblick Richtung Westen lässt den Wandersmann frohlocken …

…. und ich genieße diesen vorletzten Urlaubstag mit vollen Zügen.

Die Walchhütte hat auffallend robuste Fensterrahmen …

… die bei genauerem Hinsehen wohl eher optische, und weniger statische Aufgaben zu erfüllen haben.

Ein Stockwerk weiter oben: Großartige Aussicht bis hinter ins Dachsteingebiet …

…. und absolut KEIN Mitleid für meinen Vorgänger – diesen Tritt muss man erst einmal treffen!

Mir fehlen heute nur mehr wenige Bergauf-Meter: Rund sechs Stunden ab Kurpension ist der höchste Punkt – die knapp 2000 m hohe Seebachscharte – erreicht. Zum dritten Mal führt mich ein nationaler Weitwanderweg über diesen Übergang zwischen Gasteiner- und Rauristal.

Es folgt der Abstieg ….

… durch die Rauriser Hochalmen …

…. und ihren Bewohnerinnen, die uns am Ende dieses Berichts per Videobotschaft freundlich zuwinken.

Vorausgeschickt – am nächsten Tag folgte der Abstieg von Rauris zum Bahnhof Taxenbach. Die spektakulär-schöne Kitzlochklamm wäre sicher auch einen Bericht wert, doch ich will nicht versprechen, dass ich mich beim Weitergehen daran noch erinnere 🙂

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Last modified: 25. September 2023
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